Mit einem Jahr Verspätung schaffte GWD Minden unter der Regie von Trainer Ulf Schefvert den Wiederaufstieg.
Mit einem Jahr Verspätung schaffte GWD Minden unter der Regie von Trainer Ulf Schefvert den Wiederaufstieg. Foto: AF / arc.

Balingen, 14.05.2012

Zwei Traditionsklubs kehren wieder zurück

Bundesliga: Minden und Essen steigen auf – Brack: „Keine klassischen Fahrstuhlmannschaften“

Zwei Traditionsklubs kehren wieder zurück
Mit der GWD Minden und TUSEM Essen kehren zwei Traditionsklubs in die Handball-Bundesliga zurück. Um den dritten Aufstiegsplatz buhlen vier Vereine – darunter der TV Neuhausen/Erms.

In der kommenden Saison wird ein Stück Tradition in Liga eins zurückkehren. Bereits seit Wochenfrist steht fest: TUSEM Essen ist der Aufstieg nicht mehr zu nehmen – und das nur dreieinhalb Jahre nach der Insolvenz und dem Zwangsabstieg. Nach dem 36:31-Sieg gegen den VfL Potsdam und Patzern der direkten Konkurrenten stand bereits fünf Spieltage vor Rundenende fest, dass der Turn- und Sportverein Essen-Margarethenhöhe neben Altmeister GWD Minden aufsteigen wird. Daran änderte auch die 21:25-Niederlage am Samstag in Neuhausen nichts mehr. „Ein riesiges Kompliment an die gesamte Mannschaft, an Trainer Maik Handschke und alle Beteiligten ringsherum. Was sie in dieser Saison geleistet haben, ist viel mehr, als erwartet“, jubelt TUSEM-Geschäftsführer Niels Ellwanger.

Rückblende: Der dreimalige deutsche Meister hatte zur Saison 2005/2006 nach 26 Jahren in der ersten Liga keine Lizenz mehr erhalten und war als EHF-Cup-Sieger in die Regionalliga abgestiegen. Der TUSEM kämpfte sich zwar in die Beletage des deutschen Handballs zurück, musste aber wegen erneuter finanzieller Probleme 2008 Insolvenz anmelden und abermals zwangsabsteigen. Nun nimmt der Traditionsverein einen weiteren Anlauf, um in Liga eins wieder Fuß zu fassen. „Wir haben uns sportlich qualifiziert, und das nehmen wir gern mit, auch wenn diese Entwicklung eigentlich erst in den kommenden ein oder zwei Jahren geplant war“, erklärt Stefan Krebietke, „sportlich und wirtschaftlich wird das eine große Herausforderung. Aber wir haben in dieser Saison überrascht und wollen das auch in der kommenden Saison tun.“ Der Essener Sportdirektor weiß aber auch, dass der Klassenerhalt eine schwere Aufgabe wird: „Der Sprung ist gewaltig, und ein Verbleib in Liga eins wäre mindestens so hoch zu bewerten wie der Aufstieg in diesem Jahr.“

Um konkurrenzfähig zu sein, sondiert der ehemalige TUSEM-Linksaußen bereits eifrig den Markt. Im Rahmen der Möglichkeiten möchte Krebietke das Team gezielt verstärken: „Wir suchen einen Torwart, einen Rechtshänder für den Rückraum sowie einen Linkshänder. Grundsätzlich aber wollen wir auf keinen Fall aus unserer Strategie ausbrechen, mit jungen Spielern diese Mannschaft weiterentwickeln zu wollen. Möglicherweise geht das nicht mehr in der Konsequenz, wie wir es in der zweiten Liga gemacht haben. Dennoch bleibt eine Voraussetzung elementar: Wir tun uns schwer mit Spielern, die die deutsche Sprache nicht beherrschen. Bis wir sie richtig integriert haben und sie ihre Leistung abrufen können, ist es vielleicht schon zu spät.“

Da hat der designierte Zweitliga-Meister aus Minden schon ganz andere Voraussetzungen. Mit einem Jahr Verspätung schaffte das Team von Trainer Ulf Schefvert den Wiederaufstieg. Doch die Euphorie an der Weser ist nicht mehr zu vergleichen mit dem Jahr 1995, als die Grün-Weißen nach elf Jahren im Bundesliga-Unterhaus auf-gestiegen waren. Wie das Mindener Tageblatt berichtet, hat GWD-Manager Horst Bredemeier das Ziel Klassenerhalt ausgegeben. „Ich muss anders gerichtete Hoffnungen enttäuschen“, so der 60-Jährige, „wir haben mit Anders Oechsler und Vignir Svavarsson zwei neue Spieler verpflichtet, dabei bleibt es. Finanzielle Drahtseilakte können wir uns nicht leisten.“

Für Balingens Trainer Dr. Rolf Brack kehren „zwei Klubs mit langer Tradition“ zurück. „Keine klas-sischen Fahrstuhlmannschaften“, betont der Sportwissenschaftler, welcher die Branche genau kennt und nur zu genau weiß: „Beide sind keine potenziellen Abstiegskandidaten.“ Wer hinter Minden und Essen künftig erstklassig spielt? Brack tippt auf den TV Neuhausen/ Erms. „Das Hüttenberg der kommenden Runde“, warnt der 58-Jährige vor der Gaugisch-Truppe. Überhaupt werde die kommende Spielzeit nicht einfacher für den HBW: „Die Konkurrenz aus Melsungen, Hannover und Wetzlar hat sich enorm verstärkt.“

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