Bitz, 14.05.2012

Mozart trifft auf Elton John

Starker Auftritt der Jugend und des Großen Orchesters der Musikkapelle Bitz

Mozart trifft auf Elton John
Blasmusik muss nicht alltäglich sein, sondern kann voller Energie, Rhythmus und Faszination stecken. Zum Saisonauftakt 2012 glänzte die Musikkapelle Bitz mit eindrucksvoller Spielfreude und Können.

„Es ist nicht erforderlich, Musik zu verstehen. Man muss sie nur genießen“, sagte schon der amerikanische Dirigent Leopold Stokowski, und genau das taten die vielen Zuhörer ganz entspannt am Samstagabend in der Bitzer Festhalle. Die Zöglinge eröffneten den Reigen des musikalischen Abends und gaben eine Kostprobe ihres Könnens, die mit viel Applaus vom Publikum honoriert wurde. Danach übernahm Angelina Mohr mit der Jugendkapelle. Beginnend mit der feierlichen „Processional Overtüre“, erwachten alle Sinne bei dem sehnsuchtsvollen Lied „The Music of the Night“ aus dem Musical „Phantom der Oper“. Zünftig verwandelte sich die Bläserjugend anschließend in die „jungen Dorfmusikanten“ und marschierte durch das Dorf. Thematisch passend, überraschten sie mit authentischem Swing Sound bei „Little Brown Jug“, das ursprünglich ein Trinklied war und später zu einer der bekanntesten Inszenierungen der amerikanischen Big-Band-Ära wurde. Benjamin Lebherz, der zum ersten Mal die einzelnen Musikstücke detailliert vorstellte, meisterte seine Aufgabe mit Bravour.

Ein kontrastreiches Überraschungsprogramm hatte das Große Blasorchester unter Leitung von Aleksandr Kalinin vorbereitet, das in gewohnt charmanter Weise von Angelika Mohr moderiert wurde. Nach der festlichen „Generations Fanfare“ als Auftakt stand Mozarts tiefgründige G-Moll Sinfonie Nummer 40, Arr. Stephen Bulla, auf dem Programm. Schon Mozarts Musik für Bläsersymphonik zu arrangieren, ist ein Wagnis. Die Grenzen technischer Machbarkeit nicht spüren zu lassen, ein Klangbild zu schaffen, das dem Original gerecht wird, das ja grundsätzlich gar nichts mit dem Klang eines Blasorchester – wenn auch symphonisch – gemeinsam hat, sind keine leichten Aufgaben. Aber die Bitzer Musiker servierten hochkonzentriert einen eleganten Mozart, dem das Melancholische nicht fehlte. Die fein abgestimmten einzelnen Register und das hohe technische Können begeisterte die Zuhörer. Kaum jemand hätte vermutet, dass Mozart mit Tuba, Saxophon und Klarinette so gut klingen kann. Kontrastreich dazu der 3. und 4. Satz der „Frydlant Suite“ des tschechischen Komponisten Pavel Stanek. Besonders der feurige Tanz im vierten Satz bezaubert mit viel Temperament und Schwung.

Mit Big Band Sound und Tanzmusik der USA ging es in die wohlverdiente Pause, um sich im zweiten Programmteil nach dem imposanten Konzertmarsch der Spitzenklasse, „Die Sonne geht auf“, ganz von der modernen Seite zu zeigen. Mit der schmissigen Polka „Zwei Schwestern“ und dem Posaunensolo „Matrimony“ von Gilbert O’Sullivan verschaffte sich das glänzend aufgelegte Blasorchester einen wahrhaft „königlichen Abgang“: Walt Disneys „The Lion King“. Der westliche Popsong Elton Johns verschmolz eindrucksvoll mit den authentischen Rhythmen Afrikas zu einem farben- und bildreichen Ensemble. Zwei Zugaben entlockten die Gäste der Musikkapelle, bevor sich der Bühnenvorhang schloss. Aber nur für wenige Minuten. Dann betrat die kleine Blechbesetzung des Orchesters „Die Kitzesberger“ die Bühne, spielte lockere Unterhaltungsmusik und lud zum Tanz ein

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