11.05.2012

Leserbrief

Bei Verantwortlichen herrscht System des Wegschiebens

Erfreuliches zuerst: Der Präsenzdienst hat wieder an den Wochenenden nachts seinen Dienst aufgenommen. Letztes Jahr im Herbst hat uns (Balu) das Ordnungsamt eine Diensthandynummer an acht Nächten zukommen lassen. Die Nummer wurde auf Wunsch des Ordnungsamtes nur an zwölf Personen vergeben. Der Präsenzdienst wurde sieben Mal wegen Ruhestörung angerufen und kam immer sehr schnell. Demnach ein Erfolg. Mit Beginn der neuen Saison gibt es keine Handynummer mehr mit der Begründung: Das Ordnungsamt ist nicht für Polizeiaufgaben zuständig. Das ist so logisch, als ob ich meine Mutter bitte, Kartoffelsalat zu machen und sie ablehnt mit der Begründung: „Ich mag keine Nudeln.“ Vielleicht sollte das Ordnungsamt mal nachlesen, was seine Aufgaben sind – nämlich bei Verstößen gegen die Ordnung einzuschreiten. Nach zwei Jahren des Versuchs, kooperativ mit der Stadt und dem Ordnungsamt zusammenzuarbeiten, stellen wir fest, dass in Balingen bei den Verantwortlichen ein System des Wegschiebens von Verantwortung vorherrscht. Genauer gesagt: Die Stadt stellt sogar die Infrastruktur zur Verfügung, die dazu führt, dass der öffentliche Raum systematisch verwahrlost, zum Beispiel durch die langen Partynächte, keine Lärmschutzauflagen (Sondergenehmigungen?) für einige Gastwirte und so weiter. Ich fordere das Ordnungsamt auf, endlich seinen Verpflichtungen nachzukommen.

Irene Bechstedt,
auch im Namen von Balu,
Schwanenstraße 13, Balingen

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