Suchen den Dialog mit den Kommunen: IHK-Präsident Christian O. Erbe, Dr. Markus Nawroth, Leiter Volkswirtschaft und regionale Wirtschaftspolitik bei der IHK Reutlingen, IHK-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Epp (von links).

Reutlingen/Zollernalbkreis, 10.05.2012

Note 2,2 für die Region

Signal der Unternehmen: Es kann noch einiges besser werden

Note 2,2 für die Region
Gute Noten bekommt der Standort Neckar-Alb von der heimischen Wirtschaft. Insgesamt sind die Firmen zufrieden. Bei Breitband, Strompreisen und Straßen gibt es aber nach wie vor Handlungsbedarf.

So lautet das Ergebnis einer Umfrage, die IHK-Präsident Christian O. Erbe gestern der Presse vorstellte. Zusammen mit den IHKs Ulm und Bodensee-Oberschwaben hat die IHK Reutlingen alle im Handelsregister eingetragenen Firmen um ihre Meinung zum Standort gebeten. In den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb machten über 1500 Betriebe mit und gaben der Region Neckar-Alb insgesamt die Schulnote 2,2. Im Detail wurden 29 Kriterien abgeprüft – von harten Faktoren wie Gewerbeflächen, Steuern oder Verkehr bis hin zu eher weichen Kriterien wie Kultur, Freizeit und Einkaufsmöglichkeiten.

Die Ergebnisse zeigen: Bei der Wichtigkeit liegen Breitbandversorgung, Versorgungssicherheit mit Strom und die überregionale Erreichbarkeit über die Straße auf den ersten drei Plätzen. Es folgen Strompreise, Sicherheit und die Verfügbarkeit hochqualifizierter Arbeitskräfte.

Bei der Zufriedenheit bekommt die Region Neckar-Alb gute Werte, wenn es um Umweltqualität, Versorgungssicherheit mit Strom, Sport- und Freizeitmöglichkeiten oder das Image geht. Am anderen Ende der Skala liegen Strompreise, Kommunalabgaben sowie die Gewerbesteuer. Hier gibt es deutlich schlechtere Noten.

Für die Auswertung sind vor allem jene Kriterien interessant, die für die Unternehmen von hoher Wichtigkeit sind, bei denen die Firmen aber eher weniger zufrieden sind. Hier liegen vor allem Breitbandversorgung, Erreichbarkeit über die Straße, Strompreise, hoch qualifizierte Mitarbeiter sowie die kommunalen Abgaben und Gebühren im Fokus der Unternehmen. „Das sind die Baustellen, an denen gearbeitet werden muss“, sagt Christian O. Erbe.

Man ist gerne hier. Aber man will auch klar signalisieren: Es kann noch einiges besser werden“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp die Ergebnisse. Das in Summe gute Zeugnis für die Region unterstreicht auch diese Antwort innerhalb der Umfrage: Jeder fünfte Betrieb will in den nächsten zwei Jahren in der Region flächenmäßig expandieren.

Bei vielen Standortfaktoren bestehen zwischen den Kommunen erhebliche Unterschiede. So hängt die Zufriedenheit etwa mit der Breitbandanbindung natürlich davon ab, welche technischen Möglichkeiten vor Ort bestehen und angeboten werden. Mit der Anbindung an das überregionale Straßennetz zeigen sich die Unternehmen umso zufriedener, je näher ihr Standort an einer Autobahn oder vierspurigen Bundesstraße liegt. Bei diesem Standortfaktor schneiden Kommunen im ländlichen Raum schlechter ab.

Der ländliche Raum hat tendenziell bei Themen wie Straßenverkehr, ÖPNV und Breitband eher das Nachsehen. „Umso wichtiger ist es, auch in Zukunft in diese Räume zu investieren, um die dort vorhandene Wirtschaftskraft zu stärken“, so Dr. Wolfgang Epp.


Internet, Strompreis und Straßen sind die Knackpunkte

Über 40 Prozent der Unternehmen messen folgenden Kriterien hohe Bedeutung, sind aber nicht zufrieden: Strompreise, Gewerbesteuer, Kommunalabgaben, Verfügbarkeit qualifizierter Facharbeiter und Hochqualifizierte, Kosten für Gewerbeimmobilien.

Über 25 Prozent fordern Verbesserungen zur: DSL-Verfügbarkeit, Breitbandanbindung, Verkehrsführung, Erreichbarkeit überregional über die Straße, Wirtschaftsfreundlichkeit der Verwaltung, Parken, ÖPNV und zum örtlichen Angebot zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Für zwölf Kommunen liegen repräsentative Ergebnisse vor: Albstadt, Balingen, Eningen unter Achalm, Hechingen, Metzingen, Mössingen, Münsingen, Pfullingen, Pliezhausen, Reutlingen, Rottenburg und Tübingen. Die IHK stellt ihnen die Ergebnisse zur Verfügung.

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Wirtschaft in der Region.

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