Leserbrief

An die armen Tiere denkt kaum einer

08.05.2012

Jeder möchte etwas für unsere Umwelt tun. Aber leider ist das nicht mit der Mülltrennung getan. In Bad Dürrheim ist man gegen den Bau eines großen Schweinezuchtbetriebes. Es geht um Image, den Ruf der Stadt und als heilklimatischer Kurort könnte ja eine wichtige Einnahmequelle versiegen. Arbeitsplätze seien gefährdet, weil es nach Gülle stinkt. Aber niemand spricht über eine verantwortungsvolle, artgerechte Schweinezucht. Wann endlich interessiert es die Fleischesser eigentlich, woher ihr Produkt kommt, was sie da eigentlich verzehren?

Was genau bedeutet die Massentierhaltung denn für unsere Umwelt? Wohin kommt den die massenhaft produzierte Gülle? Felder sind bereits überdüngt. Und weil wir ja nur das Beste von einem Schwein oder Rind verzehren, wird der Rest für Hundefutter verwendet oder kommt in den Abfall. Und weil wir ja auf keinen Fall umdenken wollen, wird leider weiterhin massenproduziert. Leider hat dieses Verhalten so gar nichts mit Umweltdenken zutun.

Und wer denkt an diese armen, dicht gedrängten, gestressten Schweine, die niemals Tageslicht sehen? So kann es doch einfach nicht weitergehen. Für unser Konsumdenken zahlen wir einen hohen Preis, der vielen Menschen momentan Wurscht ist. Massenhaltung und Massenschlachtung. Wollen wir das wirklich?

Helga Exner
Unter Nank 40, Tailfingen