Tropennacht und kalte Tage

Der April hatte von allen Wetterelementen etwas zu bieten

Tropennacht und kalte Tage

Balingen, 05.05.2012 von Karl-Heinz Jetter

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Von allen Elementen hatte das Wetter im April etwas anzubieten. Frost, Schnee, Graupel, Regen und Wind. Aber auch Sonne. Als Extrem gab es den wärmsten Apriltag seit mindestens 30 Jahren.

Der April war in der Gesamtbilanz eine Spur wärmer als üblich und nur durchschnittlich feucht. Im Durchschnitt der Vergleichsperiode (1981 bis 2010) war es bei uns im April durchschnittlich plus 7,9 Grad warm/kalt, an Niederschlag in Form von Regen oder Schnee fielen durchschnittlich 66,4 Liter pro Quadratmeter, und die Sonne schien seit 1991 - 2010 im Mittel 174,4 Stunden. Der diesjährige April brachte es dagegen auf eine Mitteltemperatur von plus 8,4 Grad Celsius, 63,9 Liter Niederschlag aber nur 146,4 Sonnenscheinstunden. Vergangenes Jahr schien waren es fast 130 Stunden mehr nämlich 273,4 Stunden, der Durchschnitt liegt bei 174,4 Stunden.

Doch trotz fast durchschnittlicher Niederschlagsmenge im April ist das Frühjahr bis jetzt noch zu trocken, denn mit einer Summe in diesen vier Monaten von 163,4 Litern pro Quadratmeter fehlen noch rund 60 Liter zum Durchschnittswert von 222 Litern.

Im Gesamten betrachtet war der April 2012 ein wetterwenderischer Monat und das geflügelte Wort „April, April, der weiß nicht was er will“ traf somit in diesem Jahr mal wieder zu. Von Monatsanfang an ging es rauf und runter mit den Temperaturen. Auf eitlen Sonnenschein folgten in kurzen Abständen trübe und sonnenlose Tage. Graupel und Schneeschauer zogen über uns hinweg, manchmal von Blitz und Donner begleitet, und häufiger Regen und Wind verhinderten ebenso das Aufkommen von Frühlingsgefühlen.

Bis zum 25. April war der Monat noch um ein Grad zu kalt. Es gab bis dahin noch sechs Frosttage, wobei am 2. April die Temperaturen noch auf minus 4,4 Grad am Boden und auf minus 2,4 Grad in der Luft zurück gingen. Tage, an denen 20 und mehr Grad erreicht wurden, die gab es in diesem Zeitraum allerdings nicht.

Regentage mit wenigstens einem Liter pro Quadratmeter wurden im vergangenen April insgesamt zehn registriert und der niederschlagsreichste Tag war der 5. April mit 21,7 Liter pro Quadratmeter. Im Jahr 2011 regnete es im April weniger – nämlich nur 30,2 Liter, und im Durchschnitt seit 1981 bis 2010 fielen 66,4 Liter pro Quadratmeter an der Messstelle in Heselwangen.

Nach dem 25. April begann das Aprilwetter im Bereich der Temperatur mit einer Aufholjagd. Jetzt kletterte die Temperatur bis zum Monatsende an jedem Tag auf mindestens 20 Grad. Spitzenreiter wurde Samstag, 28. April mit 29,2 Grad. Ein schon fast heißer Südwind puschte die Temperatur auf diesen Ausnahmewert – und dies seit mindestens 30 Jahren. Bis dahin hatte der 29. April 2010 mit 26,9 Grad die Position des wärmsten Apriltages inne. Auch in der Folgenacht fiel die Temperatur nicht unter 20 Grad – es war eine sogenannte Tropennacht und dieses seltene Ereignis in unserer Region und Jahreszeit war dem SWR-Fernsehen sogar eine Meldung wert.

Geschneit hat es auf Stationshöhe im diesjährigen April an zwei Tagen. Eine geschlossene Schneedecke gab es nicht mehr.

Heselwanger „Wetterfrosch“ Karl-Heinz Jetter feiert heute seinen 70. Geburtstag

Karl-Heinz Jetter wird heute 70 Jahre alt. Lange Zeit war er in der Kommunalpolitik und im Vereinswesen aktiv. Mittlerweile betreibt er die Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes in Heselwangen. Seine Aufzeichnungen erscheinen jeden Monat im ZOLLERN-ALB-KURIER.

26 Jahre war Karl-Heinz Jetter Mitglied des Balinger Gemeinderats und zwölf Jahre Mitglied des Kreistages. Zudem war er über zwei Jahrzehnte lang Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft Heselwangen, die er mitbegründet hat.

Jetter war in Heselwangen sowohl Ansprechpartner als auch Vertrauensmann für die Bürger. Er gestaltete den Ort durch sein Engagement wesentlich mit. Unter anderem hat er sich über viele Jahre für einen eigenen Ortschaftsrat in Heselwangen stark gemacht.

Seine berufliche Laufbahn hatte Jetter bei Krug und Priester als Büromaschinenmechaniker begonnen. Nach zwölf Jahren Bundeswehr studierte er an der pädagogischen Hochschule in Weingarten Geografie, Deutsch und Politik.

Nach Ende des Studiums war er als Lehrer zuerst in Geislingen, dann Balingen tätig. Später wechselte er nach Frommern als Konrektor der Grund-, Haupt- und Werkrealschule. Vor zehn Jahren ging er in Ruhestand

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