04.05.2012

Leserbrief

Aktionismus gefährdet Arbeitsplätze

Unsere Region ist gerade durch die Schließung des Standorts „Meßstetten“ betroffen und sieht leider noch nicht die Auswirkungen, welche in Zukunft daraus resultieren. In Stetten befindet sich das Zentrum für Kampfmittelbeseitigung der Bundeswehr. Etliche Soldaten retten mit den darin gewonnenen Erkenntnissen im Einsatz Menschenleben, bei größtem Eigenrisiko. Ebenfalls, und damit nicht minder wichtig, benötigt unsere Region nach dem Wegfall der einen Kaserne die Bundeswehr zur Sicherung regionaler Arbeitsplätze über den Standort Stetten.

Die Argumente der Sprengplatzgegner sind vielfältig und meist liest man nur „Pro Natur“, „vielleicht von Nachteil, möglich, könnte“. Sieht die Sachlage aber wirklich so düster aus wie behauptet?

1. Die Bundeswehr in Stetten ist ein Hauptantrieb unserer regionalen Wirtschaft. Schaffen wir es nicht, den Standort attraktiv zu halten, fehlen in den Zeiten von Standortschließungen bald Tausende Soldaten, die beim Metzger, Bäcker, im Supermarkt oder bei vielen anderen Einzelhändlern ihr Geld liegen lassen – ebenso Aufträge an Regionalbetriebe.

2. Es wird behauptet der Sprengplatz zerstöre die Natur auf dem Truppenübungsplatz. Es wird aber verschwiegen, dass durch die langjährigen Naturschutzauflagen der Bundeswehr selbst, der Truppenübungplatz Heuberg der einzig große Fleck unberührter Natur in unserem freizeitorientierten Landkreis ist.

3. Die Tiere sollen durch die Sprengungen verschreckt werden. Dies hatte aber die letzten Jahrzehnte Übungsplatznutzung mit lauterem Großgerät kaum Einfluss. Im Gegenteil, auf dem Übungsplatz findet man Tiere, welche man sonst nirgends mehr sieht.

4. Die Schule ist in Stetten; der Sprengplatz darf nicht woanders sein – sonst wird der Standort als auch die Ausbildung ad absurdum geführt.

5. Sprengstoff und Kampfmittel haben die Eigenschaft in Rauch aufzugehen. Das Argument, hier käme es zu einer Verunreinigung bei den geplanten und bestehenden Sicherheitsvorschriften der Bundeswehr ist populistisch und soll lediglich Stimmen durch Panikmache fangen. Es scheint in Zeiten von Stuttgart 21 für den ein oder anderen Politiker interessant zu sein, statt mit Fakten mit Populismus zu arbeiten.

6. Das Grundgestein soll nicht geeignet sein. Vielmehr ist es so, dass sämtliche Geologen in unserem Breitengrad aus den Tiefenbohrungen in der Schweiz gelernt haben und sicherlich nicht fahrlässig handeln. Dies anzuzweifeln, kommt der Aussage gleich, alle Beteiligten wären unfähig oder korrupt. Sollte man also die regionalen Jobs und die Ausbildung der Truppe wegen Aktionismus riskieren und dabei nicht sehen, dass genau das Gegenteil der Fall ist? Ich sage wir können uns das nicht leisten!

Volker Leitermann
Krämerstraße 32, Ebingen

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