Leserbrief
Hochprozentiges Albstadt-Allerlei
02.05.2012
Lieber Naturfreund aus dem Rauhen Wiesle, es ist immer wieder erfreulich Reaktionen auf eigene Beiträge zu erhalten. Allerdings verwechseln Sie in diesem Fall Baumwissen mit einer Anleitung für eine ordentliche schwäbische Kehrwoche, gewürzt mit einem Augenzwinkern.
Auf die Idee die städtischen Begrünungsprojekte negativ zu bewerten, wäre ich gar nicht gekommen – ich stimme Ihrem Schreiben zu, bis auf einen Punkt: Sie sollten Ihren Bekannten in der Schillerstraße mal wieder besuchen, denn dieser ist bereits schon seit mehreren Jahren ebenfalls baumgeschmückt.
Dennoch habe ich in meinen Informationsbemühungen (Beitrag 21. 4. 2012) versagt, unser aller OB Dr. J.G. hat mich auf meine schlechte Recherche telefonisch hingewiesen.
Es werden in der Sonnenstraße keine Linden gepflanzt, sondern Birnbäume. Ich bitte daher vielmals meine Fehlinformation zu entschuldigen.
Aber mich beschäftigt nun eine ganz andere Frage, heißt es jetzt Allee oder handelt es sich in der zukünftigen Sonnenstraße, technisch gesehen, um eine gepflasterte Streuobstwiese?
Eine hochprozentige Stammtischdiskussion kam zum einstimmigen Ergebnis: Dieses Mal ist unserem Stadtrat ein echter schwäbischer Geniestreich gelungen – wer will schon Linden? – Weil, was macht man aus Birnen „an Willi“, was sonst?!
Überlegungen, die Begehrlichkeiten bei den Bewohnern Ebingens nördlicher Kolonien wecken. Fordert Onstmettingen bald einen eigenen Zwetschgen-Hain, Tailfingens Fußgängerzone beschattet von Kirschbäumen? Werden zukünftig Albstadts Kreisel mit Schlehen und Himbeeren begrünt?
Ein südeuropäischer Gastredner regte gar an, die Straßenlaternen mit Weinreben zu schmücken, um dem Albstädter Wässerle-Sortiment gleich einen anständigen Grappa hinzuzufügen. Welche dann in den Wasserläufen und Brunnen der neugestalteten City der Bevölkerung zur Verköstigung zugänglich gemacht werden.
Vielleicht fände sich sogar eine historische Destillerie-Apparatur im Heimatkunde-Museum, was für ein Brückenschlag zwischen Gestern und Morgen.
Spätestens jetzt ist allen geneigten Lesern ein leichtes Schmunzeln gestattet.
Und bevor nun Rufe nach einer städtischen Obstlerbrennerei laut werden, gebe ich, mit einer alten schwäbischen Weisheit, folgendes zu bedenken: Kaum nähert sich die Erntezeit haben die Vögel ein Drittel gefressen und der Rest ist schon geklaut.
Günther LuithlenLautlinger Straße 107, Ebingen
