Keine zehn Schilder mehr am Baum
Hans-Georg Sievers vom Planungsbüro für Wandertourismus in Emmendingen (links) erläuterte im Gemeinderat die neue Beschilderung.
Hans-Georg Sievers vom Planungsbüro für Wandertourismus in Emmendingen (links) erläuterte im Gemeinderat die neue Beschilderung. Foto: Volker Schweizer.

Messstetten, 30.04.2012

Keine zehn Schilder mehr am Baum

Meßstetten wird zum Wanderparadies und kann sich nach außen profilieren

Immer mehr Menschen schnüren in ihrer Freizeit die Wanderstiefel. Meßstetten reagiert auf diesen Trend und investiert viel Geld. Die Stadt beteiligt sich an einer neuen kreisweiten Konzeption.

Wanderwegemarkierungen sind nicht neu. Es gibt sie schon, und davon nicht wenige. Auch in der Stadt Meßstetten. Dass an einem Baum bis zu zehn Schilder hängen, damit soll jetzt aber Schluss sein.

Hans-Georg Sievers von Planungsbüro für Wandertourismus in Emmendingen hat für den Zollernalbkreis eine Wanderkonzeption erstellt. Diese stellt er nun peu à peu vor, am Freitag war Meßstetten an der Reihe.

Um aus Meßstetten ein Wanderparadies zu machen, komme es auf eine gute Vermarktung an, betonte er. Und dazu zähle vor allen Dingen eine einheitliche Beschilderung. Ziel sei es daher, den Schilder- und Markierungszeichenwald zu durchforsten und übersichtlich zu gestalten. Und zwar so, dass Individualwanderer angelockt werden, aber auch Tageswanderer, die einen Rundweg laufen und hinterher in einem Lokal einkehren.

Die Grundzüge seiner Konzeption zeigen eine klare Trennung zwischen dem Grundwegenetz und den örtlichen Rundwegen. Zum Grundwegenetz gehören zum Beispiel der Donau-Zollernalb-Weg, die Albvereinswege, die Pilgerwege oder der Schlichemwanderweg in Tieringen. Zu den Rundwegen – vor allem geeignet für Tagesgäste – zählt Sievers lokale Rundwege von fünf bis zehn Kilometern Länge und kurze Verbindungsstrecken. Trotz klarer Trennung im Gesamtkonzept und in der Art der Beschilderung sollen alle Wege möglichst geschickt miteinander vernetzt werden. Dies sei bisher nicht der Fall. Weil nur wenige Wanderer eine Wanderkarte lesen könnten, so behauptete Sievers, bedürfe es klarer Wegweiser und Markierungszeichen.

Das bestehende Markierungssystem des Albvereins wird in seinem Kern und in seiner Systematik erhalten und in die neuen Schilder integriert. Die Beschilderung des Grundwegenetzes besteht aus gelben Richtungsweisern mit den entsprechenden Zielen und der Entfernungsangaben, Wegenamen, Logo, Markierungszeichen, Hinweissymbolen sowie dem Standortfeld. Die Beschilderung der örtlichen Rundwege orientiert sich ebenfalls an diesen Vorgaben, ist aber optisch unterschieden durch die hellgrüne Farbe und die geringere Größe der Richtungsweiser. „Das ist schon eine kleine Revolution“, meinte Hans-Georg Sievers. Die Beschilderung und Markierungen werden künftig ergänzt durch Übersichtstafeln an markanten Orten sowie durch die digitale Darstellung im Internet.

Die Planung der Rundwanderwege wurde im Vorfeld mit den Albvereinen Meßstetten, Hossingen und Oberdigisheim, den Wanderfreunden Heinstetten, dem Heimatverein „Kohlraisle“ Tieringen und Rudi Baumgartner aus Hartheim abgestimmt. Hans-Georg Sievers ist die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen von großer Bedeutung, weil es auch darum gehe, die Unterhaltung des Wegenetzes und die Betreuung der Beschilderung in Zukunft sicherzustellen. Auch Bürgermeister Lothar Mennig betonte, dass es wichtig sei, die Vereine einzubinden, sie dürften die neue Konzeption nicht als Konkurrenz sehen. Gleichzeitig machte er Werbung für die Meßstetter Ferienwanderungen.

Alfred Fauser (CDU), Andreas Weißmann (Freie Wählervereinigung) und Oliver Rentschler (FDP) begrüßten die neue Konzeption. Mit den 61 000 Euro, die Meßstetten ausgebe, investiere die Stadt in eine „gute Infrastruktur“, schlussfolgerte Hans-Georg Sievers. Damit könne die Stadt etwas besonders anpreisen und sich nach außen profilieren – auch durch mögliche Premiumwanderwege. Im Gegensatz zu Albstadt gehe Meßstetten in die Fläche. Laut Bürgermeister Lothar Mennig wird die neue Konzeption im nächsten Jahr umgesetzt.


Planung sieht ein 74 Kilometer langes Grundwegenetz vor

Im Rahmen des Förderprogramms LEADER der Europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg stellt die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Zollernalbkreis (WfG) einen Antrag auf Bezuschussung der Wanderwegekonzeption. Wird die Finanzspritze gewährt, erhält Meßstetten 55 Prozent Zuschüsse.

Nach der Umsetzung der Konzeption verfügt Meßstetten über ein 74 Kilometer langes Grundwegenetz, 19 örtliche Rundwege, die insgesamt 139 Kilometer lang sind, 138 Wegweiserstandorte und 18 Wanderinformationstafeln.

Mehr zum Schlagwort

Wirtschaft in der Region.

Kommentare unserer Leser

ZAK view

ZAK auf ...

Mit dem ZAK Smile-Abo...

...haben Sie gut lachen.
Die ersten 3 Monate für nur 14,- €/Monat. mehr...

In der Diskussion

  1. Zollernalbkreis, 09.12.2014

    Dekane klären auf: „Es gibt keine neue Kirchensteuer“

    64 Kommentar(e)
  2. Messstetten, 16.12.2014

    Buswartehäuschen mit Graffiti besprüht

    35 Kommentar(e)
  3. Messstetten, 09.12.2014

    Noch zu wenig Personal

    34 Kommentar(e)
  4. Messstetten, 13.12.2014

    Hoffnungsvolle Journalistenlaufbahn endet in Kugelhagel

    20 Kommentar(e)
  5. 17.12.2014

    Wie lange reicht ein einfaches Übermalen noch aus ?

    18 Kommentar(e)

Singlebörse

 

Weihnachtsmärkte

Eine Übersicht der Weihnachtsmärkte im Zollernalbkreis und in der Region