Balingen, 30.04.2012

Klassenerhalt nur noch Formsache

Handball-Bundesliga: HBW gewinnt Kellerduell gegen Absteiger Hildesheim mit 27:21

Klassenerhalt nur noch Formsache
Mit dem vierten Rückrundensieg machte der Balinger Handball-Bundesligist den Klassenerhalt perfekt. Mit 27:21 (16:10) setzte sich der HBW gegen Schlusslicht Hildesheim durch.

Im Abstiegsendspiel gegen den Tabellenletzten Hildesheim setzte HBW-Trainer Dr. Rolf Brack auf routiniertes Personal. Und das zahlte sich aus: Alexandros Alvanos, welcher nach sechswöchiger Pause in der Anfangsformation stand, sorgte für die Balinger Führung (1:0/ 2.). Der Grieche war auch am zweiten Treffer des Tabellen-13. beteiligt: Mit feinem Rückhandpass bediente er Linkshänder-Kollege Dennis Wilke, der Eintracht-Keeper Dennis Klockmann keine Abwehrchance ließ (2:1/ 3.).

Entscheidend setzte sich Balingen-Weilstetten jedoch zunächst nicht ab, denn die Defensivabteilung fand in den Anfangsminuten keine Mittel gegen Michael Qvist – der Dreh- und Angelpunkt in der Mannschaft von Interimstrainer Gerald Oberbeck war. Der Däne nutzte seine ersten beiden Chancen zum Ausgleich, setzte seine Nebenleute gekonnt in Szene. Allein im Abschluss fehlte die letzte Konsequenz – und das rächte sich. „Wir waren taktisch gut vorbereitet“, betonte der Hildesheimer Coach, „doch wir haben einfach viel zu wenig aus unseren Möglichkeiten gemacht – und sind dann in der Balinger Konter gelaufen.“ Benjamin Herth konservierte vorerst den knappen Vorteil (4:3/ 7.) und Alvanos legte den fünften Balinger Treffer nach.

Mit einem überragenden Martin Ziemer zwischen den Pfosten, der allein in den ersten zehn Minuten fünf Würfe parierte, hatten Herth und Co. früh die Chance zur Drei-Tore-Führung – doch so richtig kam auch der HBW-Express nicht ins Rollen. Als Wilke per Kempa auf 6:3 erhöhte (12.), reagierte Oberbeck prompt und bat zur Extrabesprechung an die Seitenlinie. Die einminütige Ansprache zeigte Wirkung: Bostjan Hribar brachte aus zehn Metern die Maschen zum Glühen (4:6/ 12), doch postwendend stellte Roland Schlinger den alten Abstand wieder her.

Auch in der Folgezeit stellte Balingen-Weilstetten die klar bessere Mannschaft – mit einem klugen taktischen Konzept. Immer wieder kam der HBW zu einfachen Toren aus der ersten und zweiten Welle heraus, während sich Hildesheim im stehenden Angriff aufrieb. Und als die erste Sieben der Niedersachsen müde gespielt war, erhöhte Herth per Tempogegenstoß auf 11:5 (20.). Gegen die aggressive Balinger Abwehr, welche nach der Rückkehr von Routinier Frank Ettwein deutlich an Stabilität gewonnen hat, fand die Eintracht nicht statt – und auch Torwart-Hüne Klockmann setzte keine Akzente. Brack haderte dennoch und zückte fünf Minuten vor der Pause die grüne Karte. Vergebens: Hildesheim betrieb weiter konsequent Er-gebniskosmetik, verkürzte auf 10:15. Schlinger sorgte schließlich in Unterzahl für den 16:10-Pausenstand.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb dem designierten Absteiger lange Zeit nur die Statistenrolle. Matthias Puhle, den Brack zu Beginn der zweiten 30 Minuten brachte, fischte sich gleich die ersten vier Würfe der Eintracht, während auf der Gegenseite Wolfgang Strobel den Vorsprung weiter ausbaute (17:10/ 33.). Danach lief nichts mehr zusammen bei den Schwaben – nur gut, dass Hildesheim noch schwächer war. Nach zähen Minuten beendeten Jens Bürkle und Morten Slundt schließlich die Balinger Torflaute, wirklich überzeugend war der Auftritt des Aufsteigers von 2006 nicht. Daran änderten auch die Brack‘schen Rochaden auf der Platte nichts. Ein Herth-Doppelpack zum 24:16 sorgte zwar für die Entscheidung, „doch wir haben in der zweiten Halbzeit zu viele Fehler produziert“, monierte der HBW-Kommandogeber.

Es folgte die schwächste Phase der Schwaben, die gegen resignierte Gäste nach 52 Minuten zwar erstmals zweistellig führten – per Siebenmeter netzte Schlinger zum 26:16 ein –, doch die Schlussminuten dominierten die Gäste. „Wenn man mit zehn Toren vorne ist, darf das nicht passieren“, ärgerte sich der Sportwissenschaftler von den Fildern, „doch unser Substanzverlust war wohl einfach zu groß.“ Die Eintracht hingegen sorgte mit 5:1 Toren für ein achtbares Ergebnis, „mit dem wir leben können“, wie es Oberbeck formulierte, „obwohl es immer eine klare Sache war.“


HBW Balingen-Weilstetten – Eintracht Hildesheim: Teams & Tore

HBW Balingen-Weilstetten: Ziemer (1. – 30, 10 Gegentore/ 7 Paraden), Puhle (ab 30., 11/ 9); Wilke (7/3), W. Strobel (4), Herth (4/1), Schlinger (3/1), Alvanos (2), Häfner (2), Slundt (2), Bürkle (2), Sauer (1), Ettwein, Wessig, Gutbrod, Ilitsch (n. e.).

Eintracht Hildesheim: Klockmann (1. – 23., 13 Gegentore/ 2 Paraden), Schulz (ab 23., 14/ 8); Nikolov (4), Tzimourtos (4), Hribar (3), Qvist (2), Flödl (2), Schiech (2), Jahns (2/2), Behnke (1), Eichenberger (1), Weißbach, von Hermanni.

Schiedsrichter: Hartmann/ Schneider (Magdeburg/Barleben).

Zuschauer: 2250.

Spielfilm: 2:2 (3.), 4:3, 6:3, 8:4 (15.), 10:5, 12:6, 13:7, 14:9 (27.), 16:10 – 17:10 (32.), 17:12, 19:14, 21:15 (45.), 24:16, 27:17, 27:20 (58.), 27:21.

Zeitstrafen: 4:8 Minuten (Ettwein/ 2 – Flödl/ 2, Hribar, Qvist)

Siebenmeter: 8/5:2/2 (Wilke wirft an die Latte/ 32., Herth scheitert an Schulz/ 43. und 50.).

Nächstes Spiel: TV Hüttenberg – HBW Balingen-Weilstetten (12. Mai, 20.15 Uhr, Sportzentrum Hüttenberg)

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