Balingen, 27.04.2012

Klare Vorgabe: Verlieren verboten!

Handball-Bundesliga: Richtungsweisendes Kellerduell für den HBW – Ettwein kehrt zurück

Klare Vorgabe: Verlieren verboten!
Morgen Abend (19 Uhr) erwartet der Balinger Handball-Bundesligist den designierten Absteiger aus Hildesheim. Ein echtes Endspiel für die Schwaben im Kampf um den Klassenerhalt.

Vor dem morgigen Heimspiel (19 Uhr, SparkassenArena) gegen die Eintracht gibt es keine zwei Meinungen: Für den HBW zählt nur ein doppelter Punktgewinn. „Sonst wird es noch einmal ganz eng für uns“, prognostiziert Trainer Dr. Rolf Brack. Nicht ohne Grund: Das Restprogramm des Aufsteigers von 2006 birgt Brisanz in sich: gegen die Champions League-Aspiranten Füchse Berlin (18. Mai) und SG Flensburg-Handewitt (2. Juni) zu Hause – sowie auswärts bei den Kellerkindern TV Hüttenberg (12. Mai) und Bergischer HC (26. Mai). Dass die Schwaben, welche in der Rückrunde gerade einmal einen Zähler in der Fremde geholt haben (26:26 in Magdeburg, d. Red.), einen positiven Ausreißer in Hessen oder dem Bergischen schaffen, scheint doch eher unwahrscheinlich. Bleibt das „Abstiegsendspiel“ gegen die Niedersachsen.

Die stehen zwar abgeschlagen am Ende der Rangliste – und können seit der 25:38-Heimniederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen auch rechnerisch den Klassenerhalt nicht mehr schaffen. „Die haben in der Hinrunde einige enge Spiele verloren“, hat der Balinger Coach beobachtet, der nicht erst seit dem 29:28-Überraschungser-folg der Eintracht in Wuppertal, „großen Respekt vor der Mannschaft hat.“ Die erste Hildesheimer Sieben hat mit dem wurfgewaltigen Michael Jahns (131 Saisontore), dem slowenischen Linkshänder Boštjan Hribar und dem spielstarken Dänen Michael Quist (111) drei exzellente Shooter im Rückraum – und mit dem pfeilschnellen Griechen Dimitrios Tzimourtos einen starken Konterspieler. Auch Keeper Dennis Klockmann zählt zu den Besten der Branche. Der 2,10 Meter große Torhüter stand nach dem Ziemer-Abgang lange auf der Balinger Agenda, „und wird uns zeigen wollen, was er kann“, warnt Brack vor dem 29-Jährigen, welcher trotz seiner Körperlänge stark bei flachen Bällen ist. „Da müssen wir schon sehr gut werfen“, fordert der Sportwissenschaftler.

Der arbeitete in den vergangenen Tagen intensiv am Abwehr- und Konterverhalten seiner Truppe. „Im stehenden Angriff sind unsere Mittel begrenzt“, räumt der HBW-Coach unumwunden ein. Nach der 21:30-Niederlage in Lübbecke hat Brack in den vergangenen Trainingseinheiten den Druck auf die Mannschaft erhöht. Gegen Hildesheim sei Stressstabilität not-wendig, meint der Akademische Oberrat, „deshalb haben wir auch sehr stress- und konfliktorientiert trainiert.“ Und dennoch ist der 58-Jährige nach dem emotionslosen Auftritt beim DHB-Pokalhalbfinalisten skeptisch: „Das kenne ich von meiner Mannschaft nicht! Die Aggressivität in der Abwehr hat komplett gefehlt.“

Morgen Abend wird sich das Team um Kapitän Wolfgang Strobel mit Sicherheit anders präsentieren, als zuletzt in Lübbecke und bei der 27:31-Heimniederlage gegen Göppingen. „Wir wollen das Spiel mit einer kampfbereiten und aggressiven Deckung prägen“, verrät der Übungsleiter von den Fildern, „die Abwehr muss souverän auftreten, damit es kein Nervenspiel wird.“ Da ist es enorm wichtig, dass Routinier Frank Ettwein wieder spielen kann. Der 34-Jährige ist bereits zu Wochenbeginn wieder in den Übungsbetrieb eingestiegen, „und hat seinen Trainingstest gut überstanden“, wie es Brack formuliert und ergänzt: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden auch Alvanos und Häfner gegen Hildesheim dabei sein.“ Ausfallen wird weiterhin Junioren-Weltmeister Felix König und auch Allrounder Sascha Ilitsch ist nicht fit. „Der Heilungsprozess ist nicht optimal“, so der Balinger Trainer weiter, „wir müssen abwarten.“

Gut möglich, dass sich Brack alle Optionen offen hält und erst einmal die Rekonvaleszenten hinter die Bank beordert, um im?„Spiel des Jahres“ für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Denn fünf Spieltage vor dem Rundenende gibt es nur eine Vorgabe für den Tabellen-15.: Verlieren verboten!


Bergische Löwen liegen auf der Lauer

Die Heimbilanz von 14:14 Punkten (374:379 Tore) spricht für den HBW. Allerdings haben die Schwaben in der laufenden Saison just gegen einen potenziellen Absteiger zwei wichtige Zähler in der „Hölle Süd“ liegen lassen. Mit 28:29 unterlag Balingen-Weilstetten in der Hinrunde dem TV Hüttenberg. „Das darf sich nicht wiederholen“, fordert Trainer Dr. Rolf Brack vor dem morgigen Kellerduell.

Einen weiteren Punktverlust dürfen sich Strobel & Co. auch nicht erlauben. Die Bergischen Löwen liegen immer noch auf der Lauer. Die sind zwar noch fünf Zähler hinter dem rettenden 15. Tabellenplatz, haben mit den Heimspielen gegen Gummersbach, Hüttenberg und den HBW keine gute Ausgangsposition, wenn die Schwaben morgen Abend gegen Absteiger Hildesheim verlieren sollten.

Zum Showdown im Bergischen Land, wo der HBW in der Vorsaison kläglich im DHB-Pokal gescheitert war, wollen es die Balinger sicherlich nicht kommen lassen – denn auch die Auswärtsbilanz ist alles andere als ermutigend. 6:24 Punkten verbuchte der HBW bis dato in der Fremde. In der Rückrunde holten die Schwaben auswärts gerade einmal einen Zähler: beim 26:26 in Magdeburg

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