27.04.2012

Leserbrief

Niemand zwingt Sie, meine Leserbriefe zu lesen

„Lieber Herr Hassel, ein guter Tipp von mir: niemand zwingt Sie, meine Leserbriefe zu lesen, die ich nicht als CDU-Mitglied für die CDU schreibe, sondern als Helmut Dittberner. Ich verstehe, aber Sie sollten es auch wissen, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Als hundertprozentiger Gewerkschafter, mit deren Blut in den Adern, können Sie sich natürlich nicht gegen die laufenden gerichtlichen Untersuchungen gegen Ihre Verdi-Genossen wegen der manipulierten Betriebsratswahlen wenden. Zu Ihrem Brief: die Kanzlerin lobt alles, um Kanzlerin zu bleiben.

Ich habe geschrieben: Ich bedaure das Schicksal von Schlecker (auch wegen der arbeitslos werdenden Mitarbeiter) in das sie sich selbst hinein manövriert hat und die Gewerkschafter geholfen haben, die Filialen unrentabel zu machen. Sie schreiben: Ich verurteile die Gewerkschaft als Verursacher der Pleite. Und damit ist klar, wer total neben der Kappe liegt.

Wenn selbst Ihr großer Boss zugeben musste, gegen den Kauf bei Schlecker aufgerufen zu haben, bestätigt doch all dies was in meinem Brief steht. Absolution können Sie keine erteilen.

Ihr Bedauern wegen der nicht erfolgten Gründung von Auffang- oder Transfergesellschaften ist doch nur der Tatsache zu verdanken, dass damit der Gewerkschaft wieder einige Millionen Steuergelder entgangen sind, die sie als Betreiber der Gesellschaften für sinnlose und völlig unnötige „Schulung“ erhalten hätte. Die Schleckerfrauen sind Verkäuferinnen, sie brauchen dazu nicht ausgebildet werden. Sie müssen als Gewerkschafter ein sehr schlechtes Gewissen wegen dem Verhalten der Gewerkschaft in diese Sache haben, wenn Sie schon zu der glatten Lüge greifen müssen, ich hätte behauptet, durch gewerkschaftliche Forderungen sei der Betrieb in den Ruin getrieben worden. Aber wenn Sie dies Argument in den Raum stellen, wird wohl auch daran etwas Wahres sein, denn Sie kennen das Verhalten der Gewerkschafter besser. Aber nur noch eine Frage: warum bedauern die Schleckerfrauen den Wegfall ihres Arbeitsplatzes? Wohl darum, dass sie nun nicht mehr ausgenutzt und ausgebeutet werden können. Neue Heimat und Coop, das waren in Ihren Augen sicherlich „soziale Hilfsbereitschaften“, bei deren Pleiten tausende von Familienernährern und tausende Verkäuferinnen ihren Arbeitsplatz und Familieneinkommen, und der Steuerzahler und Vorlieferanten, Milliarden verloren haben. Lieber Herr Hassel, das war eine gewaltige Nullnummer.“

Helmut Dittberner, Auf Kochenwinkel 28, Schömberg
Anm. d. Red.:

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