„Das Spiel des Jahres“ gegen den schwäbischen Rivalen
Balingen, 14.04.2012 von Marcus Arndt
Unter dem Hohenstaufen begann am August 2006 das Balinger Bundesliga-Abenteuer – mit einer 31:35-Niederlage. Fast sechs Jahre später kann der HBW am morgigen Sonntag (17.30 Uhr, SparkassenArena) mit einem Heimsieg über den schwäbischen Rivalen „den Klassenerhalt zu 99 Prozent perfekt machen“, meint Brack, „wenn nicht, geht der lästige Blick auf die Resultate weiter. Unsere Gier nach einem Erfolg ist jedenfalls grenzenlos.“
Die Statistik spricht allerdings für den Altmeister: In elf Spielen gewann die Truppe von Trainer Velimir Petkovic siebenmal (HBW-Bilanz: 2 Siege, 2 Unentschieden, 7 Niederlagen/ 257:310 Tore). Auch in der Hinrunde setzte sich der EHF-Cup-Sieger von 2011 knapp mit 22:21 durch. Überzeugend war der Heimauftritt der Grün-Weißen allerdings nicht, die in dieser Runde doch deutlich hinter den hohen Erwartungen zurückgeblieben sind.
Zuletzt demontierte der VfL Gummersbach den Tabellenneunten. Mit 30:38 ging Frisch Auf gegen die Oberbergischen vor heimischer Kulisse unter. „Für mich ist es unerklärlich, wie das passieren konnte. Ich habe ein schweres Spiel erwartet und ich habe mit meiner Mannschaft die letzten Erfolge von Gummersbach angeschaut“, schüttelt Petkovic nach der Pleite verärgert den Kopf, „ich bin sprachlos über die Leistung meiner Mannschaft.“ Die zeigte eklatante Defizite in der Defensive. „Ich will es nicht alleine an den Torhütern festmachen, die Gegenspieler kamen frei vor das Tor, sie hätten gar nicht erst soweit kommen dürfen“, analysiert der 55-Jährige und ist fassungslos über die Defensivqualität seiner Truppe: „38 Tore haben wir das letzte Mal vielleicht vor ein oder zwei Jahren gegen Kiel kassiert.“
In Balingen entscheidet sich nun das Schicksal des Altmeisters, welcher bei einer weiteren Niederlage wohl endgültig raus aus dem Rennen um die internationalen Plätze wäre. Das verleiht dem ohnehin brisanten Trainerduell zwischen Brack und Petkovic eine ganz besondere Note. Unvergessen: Die Wutrede des Frisch Auf-Kommandogebers, welcher 1991 in der Ära von Sportdirektor Brack nach nur wenigen Monaten von der Vereinsführung des TSV Scharnhausen entlassen wurde, nach der 23:26-Pleite in der Saison 2007/2008. Auch die beiden Unentschieden in der vergangenen Runde kommentierte der Bosnier auf seine ganz eigene Art, welcher nicht zum ersten Mal eine „Foul-Kampagne“ gegen den Aufsteiger von 2006 auslöste.
Auch morgen ist die Balinger Verteidigung gefordert. Mit Pavel Horak (124 Saisontore), Momir Rnic (121) und Felix Lobedank (74) kommt geballte Zweikampfstärke auf die HBW-Deckung zu. „Wir werden die 5:1-Abwehr als Alternative brauchen“, prognostiziert Brack, der weiterhin auf Routinier Frank Ettwein (Innenbandanriss), Kai Häfner (Daumenbruch) und Alexandros Alvanos (Schulterprobleme) verzichten muss.
