Stieß die Tür zu einer einzigartigen Klangwelt auf: Die Profimusikerin Martina Beck, die ihre Karriere bei der Feuerwehrkapelle begann.
Stieß die Tür zu einer einzigartigen Klangwelt auf: Die Profimusikerin Martina Beck, die ihre Karriere bei der Feuerwehrkapelle begann. Foto: sgr.

Stetten a.k.M., 11.04.2012

Szenenapplaus und Jubelrufe für einzigartige Klänge

Martina Beck verzaubert mit Musik aus der goldenen Ära des Swing – Feuerwehrkapelle wächst über sich hinaus

Szenenapplaus und Jubelrufe für einzigartige Klänge
Ein großartiges Jahreskonzert der Feuerwehrkapelle durfte das Publikum in der gut besuchten Alemannenhalle erleben. Besondere Glanzlichter setzte die Profiklarinettistin Martina Beck.

Die Musiker unter der Leitung von Joachim Wagner begeisterten mit einer hinreißenden musikalischen Zeitreise durch 500 Jahre britische Geschichte. Die Berufsmusikerin vom bayerischen Staatsorchester München, die einst ihre Karriere bei der Feuerwehrkapelle begann, verzückte die Zuhörer mit dem Klarinettenkonzert von Artie Shaw, einem Jazzmusiker der Swing-Ära.

Selbst jene, die mit Swing und Jazz nicht viel am Hut haben, waren vom professionellen Spiel Martina Becks derart begeistert, dass sie spontan Szenenapplaus spendeten. Damit nicht genug, brachte das Publikum der Dozentin für Bassklarinette an der Musikhochschule Detmold stehende Ovationen dar, so dass die beliebte Stettenerin um eine Zugabe nicht herum kam. Doch war es nicht nur der Stolz auf das talentierte Eigengewächs, das die Zuhörer derart enthusiastisch reagieren ließ; es war einfach die Reaktion auf die grandiose Virtuosität, mit der Martina Beck auf ihrem Instrument die Tür zu einer selten gehörten einzigartigen Klangwelt aufstieß.

Die Musiker der Feuerwehrkapelle huldigten im zweiten Teil des Konzerts dem großen Frank Sinatra mit zwei seiner bekanntesten Titel. So überraschte in „My way“ Gesangssolist Johannes Hahn, der mit markantem Stimmvolumen das bewegte Leben Sinatras neu ins Gedächtnis sang. Auch er bekam für seinen mutigen Soloauftritt tosenden Beifall. Zuvor hatte Moderator Andreas Neusch, der spritzig durchs Programm führte, den Text mit sonoren Stimme auf Deutsch zu dieser unverkennbaren Melodie gesprochen. Auch dieses lyrische Einsprengsel hinterließ großen Eindruck und prägte das Konzert einmal mehr als ein herausragendes kulturelles Erlebnis.

Den Abschluss bildete der Titel „New York, New York“. Natürlich wurden dem Orchester am Ende Zugaben abverlangt, denen sie unter anderem mit einem fantastisch vorgebrachten Udo-Jürgens-Medley nachkamen. Dies schien aber den Hunger nach erstklassiger, mit Begeisterung vorgetragener Musik eher noch anzufachen, denn zu stillen. Zumal die Musiker wieder einmal die große Bandbreite ihres Könnens demonstriert hatten. Im ersten Teil hatten sie sich vorwiegend der Sinfonischen Blasmusik der englischen Komponisten Gustav Holst und Edward Gregson zugewandt.

Das dreisätzige Werk von Holst „A Moorside Suite“ war eine Auftragskomposition für den nationalen Brassband Wettbewerb im Jahr 1928 und bezauberte durch seine unaufdringliche und zurückhaltende Art. Martialisch dagegen das Stück „The sword and the crown“ von Gregson. Diese Musik schildert vom Tod Heinrich des V. an den Kampf um die Macht durch den Einsatz von Gewalt in einer der turbulentesten Perioden der britischen Monarchie. Beeindruckend schon der Beginn, bei dem nicht nur die Instrumente zum Einsatz kamen. Mit ihren Stimmen intonierten die Musiker würdevoll, bedrohlich und faszinierend zugleich das „Requiem“ auf den Tod des Königs in der Art klösterlicher Mönchsgesänge.

Mehr zum Schlagwort

Konzert.

Kommentare unserer Leser

ZAK auf ...

Mit dem ZAK Smile-Abo...

...haben Sie gut lachen.
Die ersten 3 Monate für nur 14,- €/Monat. mehr...

In der Diskussion

  1. Albstadt, 25.08.2014

    Ausgerechnet ein Tübinger

    80 Kommentar(e)
  2. Messstetten, 21.08.2014

    „Überwältigt von Menschlichkeit“

    35 Kommentar(e)
  3. Albstadt-Onstmettingen, 27.08.2014

    Jetzt will Palmer kellnern

    22 Kommentar(e)
  4. Zollernalbkreis, 19.08.2014

    Wir ducken uns nicht weg

    15 Kommentar(e)
  5. Meßstetten, 19.08.2014

    Menschlichkeit zählt

    12 Kommentar(e)

Singlebörse