Meßstetten besiegelt Abstieg
Turnen: Nach gutem Start nur Rang drei im Relegationswettkampf
Böblingen, 04.04.2012 von Reinhard Linder
2,9 Zähler fehlten am Ende zum Klassenerhalt. „Diese Punkte haben wir am Schwebebalken und am Boden liegen lassen“, räumte Trainerin Patricia Bodmer ein. Doch die Hoffnung, auch in der nächsten Saison in der Verbandsliga an den Start zu gehen, hat sie noch nicht ganz aufgegeben. Sollten nämlich die Oberliga-Teams aus Heidenheim und Kirchheim den Sprung in die Regionalliga schaffen, würde von unten her aufgefüllt, „und wir wären dann der erste Nachrücker“, so Bodmer.
Der Wettkampf begann für die Heubergerinnen fast ideal mit vier Zehner-Wertungen am Sprungtisch. Janina Hauser bekam für ihren Überschlag 10,5 Punkte gut geschrieben. Katharina Bodmer sackte für ihren Yamashita immerhin noch 10,2 Punkte ein, noch besser gelang dieser Sprung Natascha Ast (10,55) und Stephanie Steidle (10,95).
Am Stufenbarren lief es sogar annähernd perfekt. Mit 37 Punkten stellte Meßstetten an den Holmen die beste Mannschaft. Herausragend war die Übung von Lisa Hir-schoff, die mit 10,3 Punkten die Konkurrenz hinter sich ließ. Hätte sie sich nicht vor der Saison eine Fußverletzung zugezogen, die ihren Einsatz an drei Geräten verhinderte, wäre Meßstetten überhaupt nicht in den Abstiegsstrudel geraten. Zweitbeste war Theresa Eppler mit 9,2 Punkten gefolgt von Ast (8,85) und Steidle (8,65).
Zur Halbzeit führte der TSV Meßstetten das Zwischenklassement vor dem TSV Berkheim 2, der TSG Backnang 2 und dem TSV Süßen an. Doch dann passierte am Schwebebalken das Unfassbare: Natascha Ast (8,95), Janina Hauser (8,85) und Carolin Gräßle (9,35) stiegen allesamt ein- oder zweimal ab. Lediglich Katharina Bodmer und Stephanie Steidle konnten sich auf dem zehn Zentimeter schmalen Gerät halten. Doch auch sie kamen nicht über 9,65 und 9,3 Punkte hinaus. Und auch am Boden passte nicht alles. Ast, die gesundheitlich angeschlagen in den Wettkampf gegangen war, musste ihre Kür abspecken und sich mit 10,85 Punkten begnügen. Steidle (9,95) landete ihren Salto mit halber Schrau-be auf dem Hosenboden, nicht anders erging es Hauser (10,4) bei ihrem Salto mit ganzer Längsachsendrehung. Lisa Merz (7,5) fehlte der Ausgangswert für ein gutes Ergebnis, wie schon am Balken war Katharina Bodmer mit 11,0 Punkten die beste Meßstetterin.
Backnang turnte an diesen beiden Geräten brillant und setzte sich an die Spitze, und auch Berkheim zog noch an den Heubergerinnen vorbei. „Das müssen wir jetzt so hinnehmen“, sagte die TSV-Trainerin, die sich gute Chancen ausrechnet, bereits im nächsten Jahr in die Verbandsliga zurückzukehren. Dann müsste nämlich Anne Ammann, die momentan als Sportlehrerin auf einem Kreuzfahrtschiff arbeitet, wieder zur Riege gehören. Außerdem sei zu hoffen, dass Lisa Hirschoff einmal verletzungsfrei an die Geräte gehen könne, so Bodmer weiter. Überdies hätten einige ihrer Schützlinge angekündigt, in den kommenden Monaten neue Elemente einzustudieren und so den Schwierigkeitsgrad der Übungen zu erhöhen. Entsprechend optimistisch blickt die Trainerin auf die nächste Saison: „Da werden die Karten neu gemischt und wir werden voll angreifen.“
Backnang 2 nicht zu schlagen
Punkte
1 TSG Backnang 2 168,65
2 TSV Berkheim 2 161,55
3 TSV Meßstetten 158,65
3 TSV Süßen 156,50
