Für einen ökologisch stabilen Mischwald

Zimmerner Gemeinderat verabschiedet das Forsteinrichtungswerk

05.02.2002 von Hubert Eggert

Der Zimmerner Gemeinderat verabschiedete in seiner jüngsten Sitzung einstimmig das zehnjährige Forsteinrichtungswerk, mit dem im Jahre 1991 begonnen wurde.
Bürgermeister Elmar Koch konnte hierzu Oberforstrat Graf von Bülow von der Forstdirektion Tübingen sowie Forstamtsdirektor Dr. Wolfgang Bechter und Revierleiter Elmar Maier vom Forstamt Rosenfeld begrüßen.

Von Bülow erläuterte das Werk und stellte fest, dass sich in den zehn Jahren an der grundsätzlichen Zielsetzung nichts geändert habe. Das Hauptziel der Gemeinde liege in der nachhaltigen Erwirtschaftung positiver Beträge und dem Umbau in naturnahe und ökologisch stabile Mischwälder, so der Referent.

Die Holzbodenfläche habe sich von 94,2 auf 97,2 Hektar, die Nichtholzbodenfläche von drei auf 13,2, also um 10,2 Hektar, und die Gesamtbetriebsfläche von 97,2 um 13,2 auf 110,4 Hektar erhöht, führte von Bülow aus. Neben der Holzproduktion seien im Gemeindewald auch weitere wichtige Funktionen auf zirka 97 Hektar erfüllt worden, so von Bülow weiter. Diese seien gesetzlich festgelegt und durch Bodenschutzwald, Biotope und Waldfunktionen, beziehungsweise Waldbiokartierung dokumentiert. Der Gemeindewald sei mit einem Flächenanteil von 91 Prozent mit Nadelbäumen geprägt, mit einem deutlichen Überhang der Fichten. Die Entwicklung zeige einen langen Umbau der Bestände in stabile Mischbestände, stellte der Referent fest.

Das Altersklassenverhältnis sei, so von Bülow, unausgeglichen, die zweite, dritte und fünfte Altersklasse sei überproduziert, während in den 60- bis 80-jährigen Beständen ein deutlicher Abmangel festzustellen sei. Der Holzvorrat sei seit der letzten Forsteinrichtung um 28 Vorratsfestmeter auf 382 Vorratsfestmeter je Hektar gestiegen. In den letzten zehn Jahren habe der Verjüngungsvorrat nicht zugenommen. Jährlich seien im Schnitt elf Hektar Fläche gegen Verbiss geschützt worden, dies zeige, dass die Situation nicht zufriedenstellend sei, meinte von Bülow.

Die Gemeinde Zimmern sei im abgelaufenen Jahrzehnt stark von Sturm- und Insektenschäden betroffen worden, die Schadflächen seien zügig mit standesgerechten Mischkulturen aufgeforstet worden.

In vielen Fällen hätten die vorhandenen Tannenvorbauten und Verjüngungsvorräte übernommen werden können. Die Jahre 1994 und 1999/2000 waren extrem durch Stürme beeinflusst, denen jeweils der Borkenkäferschaden folgte.

Somit seien die Endnutzung mit 238 Prozent des Planes überschritten, und nur 750 Erntefestmeter hierbei genutzt worden. Allein beim Sturm im Dezember 1999 fielen im Gemeindewald Zimmern 2170 Festmeter Sturmholz, im wesentlichen in älteren Beständen an, stellte von Bülow fest. Zum Vorbau seien 28 200 Pflanzen verwendet worden, wobei 1400 auf Nachbesserungen entfielen. Die Jungbestandspflege sei nur zu 16 Prozent vollzogen worden. Die jüngeren Bestände befänden sich in gutem Zustand, stellte der Oberforstrat fest. Bei den Durchforstungen seien 95 Prozent vom Soll der Hektarfläche und 100 Prozent der Erntefestmeter je Hektar vollzogen worden, der Pflegezustand der Bestände sei als sehr gut zu bezeichnen, resümierte der Oberforstrat.

Je Hektar Holzbodenfläche wurden im Durchschnitt der Jahre 271 Mark erwirtschaftet. Der durchschnittliche jährliche Überschuss liege bei gut 27 300 Mark, weise die Statistik aus. Im Forstbetrieb würden im Durchschnitt 0,72 Mark ausgegeben um eine Mark zu erwirtschaften, sei errechnet worden. Der Hiebsatz für das kommende Jahrzehnt wird im Vergleich zum alten Hiebsatz um 0,7 Erntefestmeter je Hektar und Jahr ansteigen.