Thomas Lindner referierte über die Situation der Maschinenbaubranche
Thomas Lindner referierte über die Situation der Maschinenbaubranche Foto: Alexander Stoll.

Balingen, 14.03.2012

„Nicht am Tropf des Staates hängen“

Thomas Lindner und Thomas Bareiß referieren über die Situation der Maschinenbaubranche

„Nicht am Tropf des Staates hängen“
Maschinenbau ist eine der stärksten mittelständischen Branchen. Wie sie aufgestellt ist und welche Rahmenbedingungen gefordert werden, erörterten am Montag Abend Thomas Lindner und Thomas Bareiß.

Im Forum der RWS Treuhand in Frommern hatten sich zahlreiche Fachgäste eingefunden. Sie waren der Einladung des Wirtschaftsrates Sektion Balingen/Sigmaringen gefolgt, um die Situation der Maschinenbaubranche zu hören und anschließend zu diskutieren.

Thomas Lindner, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Groz Beckert und Präsident des Verbands deutscher Maschinen- und Anlagenbauer, bezeichnete die Branche als „Rückgrat der deutschen Industrie“ und sah sie als „Schlüssel für Wohlstand in Deutschland“. Indem die Branche „extrem kosteneffizient“ arbeite, habe sie die Finanzkrise relativ gut überstanden und sich danach die Startfähigkeit für den Aufschwung erhalten.

Obwohl die Auftragszahlen in den vergangenen Monaten rückgängig seien, sehe er keine Anzeichen für eine neue Krise. Lindner stuft den momentanen Zustand eher als „ein Durchatmen“ ein und gehe von einem „guten zweiten Halbjahr“ aus. 2012 sei für ihn ein Übergangsjahr.

Um den Bedarf decken zu können, sei die Branche auf „vernünftige Rahmenbedingungen angewiesen, definiert aus einer weltweiten Vergleichssicht“, betonte Lindner. Alarmglocken klingelten bei ihm, da der Staat eine zunehmend bestimmende Funktion einnehme und den Unternehmern nicht den nötigen Freiraum ließe.

Er forderte eine Begrenzung der Staatsquote auf 40 Prozent von momentan etwa 50 Prozent sowie eine nachhaltige positive Investitionsquote der staatlichen Haushalte . Ebenso sollte der Staat seiner Meinung nach „sein Tun mit deutlich mehr Effizienz versehen.“ Hierbei wandte er sich an Oberbürgermeister Helmut Reitemann und die kürzlich beschlossene Erhöhung der Gewerbesteuer: „Machen Sie nur so weiter und holen Sie für jeden politischen Wunschtraum das Geld von Unternehmen.“

Ebenso kritisch sehe er es, wenn Politik spezifisch und selektiv Forschung fördere, denn über Fördermillionen entscheide oft „Zufälliges oder Lobbyismus“. Maschinenbau zeichne sich durch Innovationskraft aus und sollte „nicht am Tropf des Staates hängen. Aufgabe der Politik sei es weiterhin langfristig stabile Rahmenbedingungen bei den Ressourcen Mensch und Bildung zu schaffen, sagte Lindner.

Der Vorsitzende der CDU Württemberg-Hohenzollern, Thomas Bareiß MdB, wies in seiner Rede auf den Fachkräftemangel hin, dem man bereits heute begegnen müsse und nicht erst in einigen Jahren. Das Thema Einwanderung müsse dafür ebenso berücksichtigt werden, wie das Bildungssystem in Baden-Württemberg, bei dem er „viele verbesserungswürdige Punkte“ sehe.

Unter den Schlagworten „Lust auf Leistung“ fasste er mehrere Punkte zusammen. So müsse etwa Innovation angetrieben werden, Technologie gegenüber solle man offen bleiben und das Steuersystem sollte vereinfacht werden. Er sprach sich weiter für die Einführung einer Pkw-Maut aus. Nur so könne die nötige Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden.

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