Mit harten Bandagen verteidigten die HSG Wetzlar und der HBW Balingen-Weilstetten (im Bild Wolfgang Strobel gegen Alois Mraz und Timo Salzer) im Bundesliga-Kellerduell

Balingen, 14.03.2012

„Kein Hallenhalma“

Handball-Bundesliga: HSG-Kritik lässt HBW-Coach kalt

„Kein Hallenhalma“
Es bleibt dabei: Wetzlar kommt in Balingen nicht über die Rolle des Punktelieferanten hinaus. Und wie schon so oft in den vergangenen Jahren fühlten sich die Domstädter einmal mehr schlecht behandelt.

Im Abstiegskampf der Handball-Bundesliga wird mit harten Bandagen verteidigt, da macht das Team von Trainer Dr. Rolf Brack keine Ausnahme. 244 Strafminuten kassierte der HBW bislang in dieser Saison – mehr als die Konkurrenz.

Im Kellerduell gegen den Tabellennachbarn HSG Wetzlar (Endstand: 28:25) wanderten die Balinger siebenmal auf die Strafbank, zeigten just die Leidenschaft und Hingabe in der Defensive, welche der Sportwissenschaftler gefordert hatte. Das wollte Brack nach einer emotionalen Begegnung erst gar nicht wegdiskutieren. Im Gegenteil: „Mit Hallenhalma hat das sicher nichts zu tun, mit Volleyball auch nicht. Es war sicher ein Spiel, das an der absoluten Obergrenze war. Es ist aber immer ein Wechselspiel, es ist auch immer eine Frage, wie in die Nahtstellen hin-eingegangen wird. Wir haben daher auch viele Zeitstrafen bekommen. Entscheidend war für mich, dass wir aus den Unterzahlsituationen immer sehr gut herausgekommen sind. Sonst hätte es wesentlich schlechter für uns ausgesehen“, analysierte der 58-Jährige völlig unbeeindruckt von den Attacken der Mittelhessen. „Grundsätzlich wissen wir, dass es in Balingen schwer ist. Wir fahren immer wieder hoffnungsfroh hierher und haben dann immer wieder eine Niederlage im Gepäck“, sagte HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. Er fügte hinzu: „Balingen hat verdient gewonnen, hat mehr Leidenschaft an den Tag gelegt. Dennoch muss ich sagen, dass es in manchen Situationen heute ordentlich auf die Fresse gegeben hat. Das hatte nichts mit normalem Abstiegskampf zu tun. Das war sehr, sehr grenzwertig. Davon hätten wir uns jedoch nicht so aus dem Konzept bringen lassen dürfen, wie uns das heute passiert ist.“

Ohne Zweifel: Der HBW haute sich in der Abwehr richtig rein. Mehr als der körperliche Einsatz der Schwaben schmerzten die Lahnstädter jedoch die taktischen Nadelstiche. Gegen die Balinger 5:1-Verteidigung fehlten Wetzlar einfach die Ideen und die Wurfqualität – und der HBW zog nach der Pause trotz Unterzahl auf 20:16 davon (34. Minute). „Wir haben es in der Kabine angesprochen, dass wir in Unterzahl nicht verweigern dürfen. Wir haben nach der Pause mutiger gespielt. Und dafür sind wir belohnt worden“, freute sich Brack. Der Dozent an der Universität Stuttgart durfte sich zugleich selbst auf die Schulter klopfen. Denn just seine Rochaden auf der Platte zeigten Wirkung: Die Abwehr stand sicher, Matthias Puhle hielt überragend und im zentralen Rückraum machte Roland Schlinger ein klasse Spiel. Dennoch kämpften sich die Domstädter noch einmal 21:23 (46.) heran, ehe Frank Ettwein nur Sekunden später recht rustikal den Anschlusstreffer von Daniel Valo verhinderte. „Jeder kennt im Grunde seine Gangart. Aber wir werden nicht geschützt“, haderte der slowakische Rückraumschütze, mit acht Toren bester Werfer der Grün-Weißen. Doch auch der wurfgewaltige Linkshänder verhinderte die sechste HSG-Niederlage in Balingen nicht.

Mit dem neunten Saisonsieg kletterten die Schwaben wieder auf Rang zwölf (19:27 Punkte/ 50 Tore). Die Lage in Balingen sei dennoch nicht komfortabel, nimmt Brack den Gesprächsfaden wieder auf, „Es zeichnet sich ab, dass es einen Abstiegskampf gibt, in dem selbst 23 Punkte und ein gutes Torverhältnis nicht reichen werden. Wir haben gegen Göppingen, Hamburg, Berlin und Flensburg noch einige schwere Spiele zu Hause. Wir müssen also auch auswärts noch etwas reißen und zwei bis drei Punkte holen. In Lemgo müssen wir sehen, dass wir uns im Angriff genauso präsentieren wie gegen Wetzlar – und in der Abwehr besser antizipieren als zuletzt.“

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