Zollernalbkreis, 22.02.2012

Gute Noten für die Berufsausbildung

Einen wachsenden Einfluss haben Internet und soziale Online-Netzwerke: 43 Prozent der 15- bis 24-Jährigen sagen, dass sie sich dort zu Themen der beruflichen Bildung informiert haben. Dies ist nur ein Ergebnis der jüngsten Eurobarometer-Spezial-Umfrage „Einstellungen gegenüber der Berufsbildung“. In der Zeit vom 4. bis 19. Juni 2011 wurden in persönlichen Interviews insgesamt 26.840 Bürgerinnen und Bürger aus allen 27 Mitgliedstaaten befragt. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Positives Image der beruflichen Aus- und Weiterbildung dank Qualität:

Berufsbildung hat im Allgemeinen einen guten Ruf. 71 % aller Befragten bestätigen dies für ihr Land. Es besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Image der Berufsbildung und ihrer wahrgenommenen Qualität: 75 % der Befragten sind der Ansicht, dass Berufsbildung ein qualitativ hochwertiges Lernangebot ist. Andere Gründe für das generell positive Image sind hochkompetente Lehrer und Ausbilder (76 %), eine moderne Ausstattung (82 %) und die Chance, ein Hochschulstudium anzuschließen (68 %). Ein Drittel der Befragten meint jedoch, dass es bei der Vermittlung von Querschnittskompetenzen (wie Kommunikations- und Teamfähigkeit) Spielraum für Verbesserungen gibt (34 % geben an, dass diese Art von Kompetenzen gar nicht vermittelt werde).

Gute Berufsaussichten: 82 % der Befragten finden, dass die Berufsbildung die Kompetenzen vermittelt, die von Arbeitgebern verlangt werden. Die meisten stimmen außerdem der Aussage zu, dass die Berufsbildung die Eintrittskarte für Berufe ist, die auf dem Arbeitsmarkt gesucht sind (73 %) und gut bezahlt werden (55 %).

Die meisten Befragten (56 %) glauben, dass junge Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung leichter eine Arbeit finden als solche mit einem allgemeinen Sekundarschulabschluss oder Hochschulabsolventen.

Bedarf an mehr Mobilität in Ausbildung und Beruf: Unterschiedlich fielen die Antworten auf die Frage aus, ob die Berufsbildung die Möglichkeit vorsehe, einen Teil der Ausbildung im Ausland zu absolvieren: 43 % stimmen zu, dass die Berufsbildung in ihrem Land den Auszubildenden diese Möglichkeit bietet, 35 % verneinen dies. Geringfügig positiver beurteilen die Europäer die Möglichkeit der Berufsausübung im Ausland: 49 % glauben, dass es für Menschen mit abgeschlossener Berufsbildung leicht ist, ihrem Beruf in einem anderen Mitgliedstaat nachzugehen (32 % halten dies hingegen für schwierig).

Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft, für den Unternehmergeist und für die nachhaltige Entwicklung: Rund die Hälfte der Befragten meint, dass die Gründung von Kleinunternehmen durch die Berufsbildung nicht angeregt wird; 36 % sagen, dass dies sehr wohl der Fall ist. Weniger als die Hälfte aller Umfrageteilnehmer (48 %) denkt, dass die Berufsbildung umweltfreundliche Ansichten fördert, 30 % sind gegenteiliger Meinung.

Eine deutliche Mehrheit glaubt, dass die Berufsbildung einen positiven Beitrag zur Wirtschaft (83 %) und zum Abbau der Arbeitslosigkeit (76 %) leistet. 80 % finden, dass die Berufsbildung zu einer besseren Dienstleistungsqualität in ihrem Land beiträgt.

Verbesserungsbedarf bei den Beratungsangeboten: Weniger als die Hälfte aller Umfrageteilnehmer (in den Altersgruppen 25 bis 39 bzw. 40 bis 54 Jahre) findet, dass junge Menschen genügend Berufsberatung erhalten. Laut Umfrage ist die Familie immer noch die Hauptanlaufstelle, wenn junge Menschen ihre Ausbildungsentscheidung treffen (47 % der 15- bis 24-Jährigen geben an, ihre Familienangehörigen um Rat gefragt zu haben). Der Bildungshintergrund der Eltern wirkt sich ganz erheblich auf die von den Kindern getroffene Wahl aus: Fast zwei Drittel derjenigen, deren Mutter oder Vater eine Berufsausbildung gemacht hat, treten in die Fußstapfen ihrer Eltern.

Einen wachsenden Einfluss haben das Internet und die sozialen Online-Netzwerke: 43 % der 15- bis 24-Jährigen sagen, dass sie sich dort informiert haben. Bei der Orientierung und Bereitstellung von Informationen spielen auch die Schulen eine wichtige Rolle.

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