Weltweiter Durchbruch steht an

Berlin fördert Forschungsprojekt für Dialysepatienten unter Gambro-Regie

Zollernalbkreis, 22.02.2012

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Gambro in Hechingen koordiniert ein Forschungsprojekt über chronische Entzündungen bei Dialysepatienten. Und das Bundesforschungsministerium gibt Geld. Die Forschungen sind wegweisend.

Ein von Gambro in Hechingen koordiniertes Verbundprojekt, bestehend aus Forschern verschiedener Fachrichtungen, wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Fördermaßnahme „Funktionale Einwegsysteme für die Medizin und Bioproduktion“ gefördert. Das Verbundprojekt soll eine neue Generation von Dialysemembranen schaffen, mit denen Entzündungen, die bei chronischen Dialysepatienten auftreten, deutlich reduziert werden sollen. Angelegt ist das Projekt auf drei Jahre. Es wird von Berlin mit 2,1 Millionen Euro unterstützt.

Ein Drittel der Dialysepatienten leidet unter chronischen Entzündungen. Die aktuellen Technologien in der Nierenersatztherapie können die natürliche Nierenfunktion nicht vollkommen übernehmen. Direkte Folge ist eine erhöhte Entzündungsaktivität, die erheblich zur Ausbildung von Herz- und Gefäßerkrankungen beiträgt, das Immunsystem schwächt und letztlich die Sterblichkeitsrate erhöht.

Der von Gambro koordinierte Projektverbund erforscht eine neue Generation hochselektiver Dialysemembranen, die eine effektive Entfernung der entzündungsauslösenden Substanzen im Blut ermöglichen sollen. Gleichzeitig sollen diese Membranen eine sichere Barriere für lebensnotwendige Proteine bilden. Das Konsortium untersucht innovative Ansätze, um die Porenstruktur zu kontrollieren. Im Labor und in ersten klinischen Evaluierungen wird die Wirkung dieses neuen Membrantyps bei der Behandlung chronischer Entzündungen untersucht. „Wir haben exzellente Experten für Material- und Membranforschung, Proteindiagnostik, Nierenerkrankungen und aus der Nierentherapieforschung zu einer Gruppe vereint“, sagt Dr. Bernd Krause, Direktor der Abteilung Forschung und Entwicklung Dialysatoren von Gambro in Hechingen.

Neben Gambro besteht das Konsortium aus der NMI Technologietransfer, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Charité Universitätsmedizin Berlin. Die NMI Technologietransfer ist spezialisiert, Proteine mit der so genannten Microarray-Technik zu analysieren. Ihre Erfahrungen in der Therapie von Dialysepatienten bringen die Nierenfachärzte Professor Matthias Girndt, Direktor der Abteilung für Innere Medizin des Uniklinikums Halle, und Professor Ralf Schindler, kommissarischer Leiter der Nephrologie-Abteilung am Virchow-Klinikum der Charité Berlin, ein.

Bernd Krause erklärt: „Dieses spannende Projekt ist wegweisend in der Dialyseforschung, und wir sind hoch erfreut, dass uns das Ministerium unterstützt.“ Chronische Entzündungen sind ein bislang ungelöstes Problem für Nephrologen weltweit. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität der Patienten und treiben die Kosten in die Höhe. Die Kompetenz von Gambro in der Material- und Membrantechnologie biete eine ideale Basis, diese Herausforderung in Angriff zu nehmen.

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Gambro wurde 1964 gegründet und hat 7500 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist mit Produktionsstätten in neun und Vertriebsgesellschaften in über 100 Ländern vertreten.

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