Balingen, 20.02.2012

Schwaben fertigen Altmeister ab

Handball-Bundesliga: Brack-Ensemble besiegt Großwallstadt deutlich mit 27:20

Schwaben fertigen Altmeister ab
Der Balinger Handball-Bundesligist hat weiterhin nichts mit dem Abstieg zu tun. Im wichtigen Heimspiel gegen den TV Großwallstadt setzte sich der HBW mit 27:20 (13:13) durch.

In der richtungsweisenden Partie gegen den Tabellennachbarn vom Untermain überraschte HBW-Coach Dr. Rolf Brack mit einer doch recht unkonventionellen Aufstellung: Der Sportwissenschaftler beorderte Ösi-Bomber Roland Schlinger in den zentralen Rückraum, flankiert von den Youngstern Fabian Gutbrod und Kai Häfner auf den Halbpositionen sowie Benjamin Herth auf Linksaußen. Die taktischen Winkelzüge des 57-Jährigen griffen. Die Schwaben führten nach knapp drei Minuten mit 2:0: durch Häfner und Schlinger. Der Altmeister konterte mit einem 4:1-Lauf (4:4/ 8.) – und bereits nach den ersten Minuten war klar: Das wird nicht einfach für das Team um Kapitän Wolfgang Strobel. Michael Spatz sorgte in Überzahl für die erneute Gästeführung, welche Steffen Weinhold weiter ausbaute (4:6/ 10.). Auf der Gegenseite tat sich der HBW zunehmend schwer gegen die ebenso kompakte wie kompromisslose TVG-Abwehr. Und das hatte Folgen: Jens Bürkle stellte vom Kreis zwar noch einmal den Anschluss her, ehe der Ex-Balinger Stefan Kneer für die erste Drei-Tore-Führung der Franken sorgte (5:8/ 14.).

Brack reagierte und bat seine Truppe zur Extrabesprechung an die Seitenlinie. Der HBW-Kommandogeber beorderte seine vermeintlich erste Sieben auf die Platte und stellte die Defensive um. Die Rochaden zeigten Wirkung: Alexandros Alvanos brachte die Balinger wieder in Schlagdistanz (7:8/ 17.). Der TVG verteidigte in Unterzahl seinen Vorsprung (7:10/ 19.). „In der Abwehr hatten wir Probleme“, räumte Brack unumwunden ein.Seine Mannschaft wurde sukzessive stärker, hatte allerdings im Angriff weiterhin große Schwierigkeiten gegen die Unterfranken, welche sehr variabel verteidigten. Per Siebenmeter verkürzte Herth (10:11/ 24.), doch immer wieder hebelte Großwallstadt die Balinger Defensivabteilung geschickt über den Kreis und Rechtsaußen aus. Aus der Nahdistanz netzte Jens Tiedtke zum 13:11 für die Gäste ein (26.) und nur Sekunden später kam Spatz frei zum Abschluss. Der Linkshänder traf jedoch nicht und auf der Gegenseite wanderten Ex-Nationalspieler Tiedtke und Jakobsson binnen kurzer Zeit auf die Strafbank. Die numerische Überlegenheit nutzte Balingen-Weilstetten zum 13:13-Ausgleich durch den spielstarken Griechen Alvanos. Mehr war nicht drin, obwohl Schlinger noch einmal einen direkten Freiwurf an den Pfosten setzte. „Ich hätte mir eine Pausenführung gewünscht“, trauerte TVG-Coach Peter David den vergebenen Chancen nach, während sein Gegenüber zufrieden konstatierte: „Wir waren mit dem Ergebnis gut bedient.“

Nach dem Seitenwechsel sorgte Schlinger in Unterzahl für die 14:13-Führung des Aufsteigers von 2006, welche Martin Ziemer festhielt. Doch auch sein Gegenüber Martin Galia steigerte sich – und es blieb zunächst ein Duell auf Augenhöhe mit zwei starken Abwehrreihen und einem sensationellen Ziemer, der über 13 Minuten ohne Gegentor blieb. „Die Torhüterleistung hat eine Riesenrolle gespielt“, analysierte Brack.

Der HBW nutzte die Schwächephase der Unterfranken konsequent und zog durch Tore von Schlinger (2), Alvanos, Strobel und Häfner zunächst auf 18:13 davon (38.). Gästetrainer David reagierte und versuchte seine Mannschaft mit einer frühen Auszeit neu einzustellen. Ohne Erfolg: Häfner erzielte den 19. Balinger Treffer, ehe Joakim Larsson die Großwallstädter Torflaute beendete (19:14/ 43.). Den Fünf-Tore-Vorsprung konservierte der HBW zunächst (21:16/ 47.), doch der Altmeister gab sich nicht geschlagen, verteidigte weiter mit harten Bandagen. Vergebens. Der TVG-Trainer warf schließlich den letzten Rettungsanker und versuchte per kurzer Deckung Schlinger aus dem Spiel zu nehmen. Doch auch das klappte nicht: Der Österreicher erhöhte sechs Minuten vor dem Ende auf 25:19. Die Entscheidung!

In der Schlussphase verwaltete der HBW die klare Führung, verpasste es jedoch, sich weiter abzusetzen. „Die letzten Aktionen haben mir nicht gefallen“, sagte Brack. Am Ende war er jedoch froh, „dass wir dieses wichtige Spiel gewonnen haben.“ Süffisant merkte er an: „Erstmals stehen wir in dieser Phase der Saison vor Frisch Auf Göppingen . . .“

HBW Balingen-Weilstetten – TV Großwallstadt: Teams & Tore

HBW Balingen-Weilstetten: Puhle (1. – 30., 13 Gegentore/ 5 Paraden), Ziemer (ab 30., 7/ 10); Schlinger (8), Alvanos (6), Häfner (5), Herth (2/1), Ettwein (2), W. Strobel (1), Bürkle (1), König (1), Gutbrod (1), Sauer, Wilke, Wessig, Slundt (n. e.).

TV Großwallstadt: Galia (1. – 40. und ab 52., (21 Gegentore/ 8 Paraden), Wolff (40. – 52., 6/ 2); Spatz (4), Kneer (3), Larsson (3), Weinhold (2), Tiedtke (2), Maas (2), Köhrmann (2/1), Holst (1), Liebald (1), Schäpsmeier, Eisenträger, Jakobsson.

Schiedsrichter: Immel/ Klein (Tönisvorst/ Ratingen).

Zuschauer: 2200.

Spielfilm: 2:1 (4.), 3:4, 5:8, 7:9 (17.), 9:10, 11:13, 12:13 (27.), 13:13 – 15:13 (34.), 19:13, 19:15, 22:17 (48.), 24:18, 25:19, 26:20 (58.), 27:20.

Zeitstrafen: 8:12 Minuten (Gutbrod/ 2, Wilke, König – Larsson/ 2, Liebald, Weinhold, Jakobsson, Tiedtke).

Siebenmeter: 2/1:3/1 (Puhle hält gegen Spatz/ 1., Ziemer hält gegen Köhrmann/ 35. – Galia hält gegen Wilke/ 20.).

Nächstes Spiel: TSV Hannover-Burgdorf – HBW Balingen-Weilstetten (24. Februar, 19.45 Uhr, AWD-Hall)

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