Großwallstadts Coach Peter David war enttäuscht – der TVG steckt durch die Niederlage gegen den HBW mitten im Abstiegskampf
Großwallstadts Coach Peter David war enttäuscht – der TVG steckt durch die Niederlage gegen den HBW mitten im Abstiegskampf Foto: Fuhrmann.

Balingen, 20.02.2012

„Ich weiß nicht, was da passiert ist“

Bundesliga: Balingen-Weilstetten stürzt Mainfranken in das Tal der Tränen

„Ich weiß nicht, was da passiert ist“
Im zweiten Heimspiel dieses Jahres hat es geklappt. Der HBW Balingen-Weilstetten hat zwei Punkte geholt und sich zurecht von den 2200 Zuschauern in der SparkassenArena feiern lassen.

17 Minuten lang blieb die Truppe von Trainer Dr. Rolf Brack ohne Gegentor. Jens Tiedtke hatte vor der Pause zum 13:11 für die Gäste getroffen, nach dem Kabinengang vernagelte der frisch gekommene Keeper Martin Ziemer aber seinen Kasten und ließ sich erst in der 44. Minute von Joakim Larsson überwinden. „Ich weiß nicht, was da passiert ist“, rätselte der Schwede auch noch lange nach dem Abpfiff: „Wir sind rausgekommen und waren mental nicht bereit. Seit ich hier bin, habe ich noch nie so eine schlechte Leistung erlebt.“

Den kollektiven TVG-Aussetzer nutzten die Schwaben zu einem 8:0-Lauf. HBW-Kapitän Wolfgang Strobel hatte bereits nach einer Dreiviertelstunde „das Gefühl, dass wir das Spiel im Griff haben und gewinnen werden“. Sein Einsatz hing lange Zeit am seidenen Faden, erst nach dem Aufwärmen hatte er erfahren, dass er spielen werde, obwohl er nach seiner Verletzung nur einmal mit der Mannschaft trainiert hatte. Infolge des Ausfalls von Sascha Ilitsch (Innenbandriss) war Strobel unverzicht-bar für die 3:2:1-Abwehr.

Zunächst stellte Brack dem Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt seine junge Garde mit einer 6:0-Defensivformation entgegen. Diese spielte nicht schlecht, hatte jedoch vorne Pech bei den Abschlüssen und hinten bei Abprallern, die ausnahmslos beim TVG landeten. Nach einer Viertelstunde wechselte Brack sein Personal. Tatsächlich gelang es der 3:2:1-Deckung um Strobel, die Lücken zu stopfen und nach der Pause die Führungsspieler der Franken vollends zu zermürben. „Keiner von uns hat über das Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen gesprochen, aber wir hatten es alle im Hinterkopf“, erinnerte Strobel an die Partie vor zehn Tagen, als nach der Pause gar nichts lief. Einen solchen Start in die zweite Halbzeit habe sich die Mannschaft nicht leisten können: „Jedem war klar, dass wir Vollgas geben müssen. Plötzlich hat die Abwehr funktioniert und Ziemer hat klasse gehalten.“

Fast die gesamte Spielzeit über stand Roland Schlinger auf der Platte. In der Anfangsformation betätigte er sich als Spielmacher, später mit acht Toren als Vollstrecker. „Im Training hat die 6:0-Abwehr ganz gut geklappt und auch der Angriff mit mir in der Mitte. Leider war das im Spiel nicht so“, sagte der Österreicher. Vielmehr sei er stocksauer gewesen, dass der Ball nicht so gelaufen sei, wie es hätte sein sollen. Als es aber gelungen sei, den Drei-Tore-Rückstand aufzuholen, habe er gewusst, „dass wir gewinnen werden, weil wir den Sieg unbedingt wollten“. Dieser sei auch nach 45 Minuten nicht mehr in Gefahr geraten, weil die Fehler in der Abwehr durch eigene Tore ausgeglichen worden seien.

Ein in der Offensive absolut fehlerfreies Spiel hat Kai Häfner gemacht. Bei fünf Versuchen war er fünfmal erfolgreich, alles, was er versuchte, klappte auch. „Natürlich freut man sich, wenn man einigermaßen gespielt hat. Doch noch größer ist die Freude über den Sieg und den haben wir einer geschlossenen Mannschaftsleistung zu verdanken“, wies er persönliche Lorbeeren weit von sich. Und auch Ziemer, der nach der Pause für Matthias Puhle zwischen die Pfosten gerückt war, wollte seine Leistung nicht überbewertet wissen. „Die Abwehr hat funktioniert.“ Es freue ihn, dass er vor dieser fantastischen Kulisse etwas zum Sieg habe beitragen können, und dass er hoffentlich auch dem letzten Kritiker, der ihm seinen Wechsel nach Hannover ankreide, habe beweisen können, „dass ich mir hier meinen Arsch aufreiße. Ich bin stolz bei Balingen-Weilstetten zu spielen.“ Auch am kommenden Freitag werde er gegen seinen künf-tigen Klub Hannover-Burgdorf alles geben. Denn diese Begegnung sei ebenso wie 67,8 Prozent aller Partien ein richtungsweisendes Spiel für den HBW.

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