„Frosttrocknis“ ist abgewendet
Der bisher zögerliche Winter bringt Annehmlichkeiten – Risiko des frühen Blütenaustriebes
Albstadt-Ebingen, 31.01.2012
Nach den ausbleibenden Niederschlägen im Herbst haderten viele Landwirte mit der Wetterfee. Inzwischen hat sich die Lage aber wieder entspannt. Grund dafür ist der bisher milde Winter und die Niederschläge der letzten Zeit. „Es war wichtig, dass die Wasservorräte im Boden wieder aufgefüllt wurden“, sagt Markus Zehnder vom Umweltamt. Er befürchtete, dass die Pflanzen zu trocken in den Winter gehen und so aufgrund der so genannten „Frosttrocknis“ absterben.
Doch die Wetterlage bringt noch mehr Vorteile mit sich. Für die Schäfer ist der bisher milde Winter sogar in zweierlei Hinsicht ein Segen. Zum Einen können sie mit ihren Schafherden länger auf der Weide bleiben und sparen somit Kosten für den Zukauf von Winterfutter. Andererseits wird durch den ausbleibenden Schneefall auch der Mäusebestand dezimiert. „In den letzten Jahren hatten wir eine richtige Mäuseplage“, beteuert Schäfer Andreas Strobel. Die Nager hatten in den vergangenen Jahren flächenweise die Erdoberfläche umgewühlt und so die Fressplätze für die Schafe ruiniert. Durch die fehlende Schneedecke sind die Mäusejungen nicht mehr vor ihren natürlichen Feinden geschützt. „Und außerdem gefällt es den Schafen an der frischen Luft auch besser als im Stall“, schmunzelt der Schäfer.
Eine Gefahr besteht für die Landwirtschaft dennoch: Die milde Wetterlage könnte einen zu frühen Blütenaustrieb zur Folge haben. „Die Vegetation ist nun schon weiter als sie es in den vergangenen Jahren zu diesem Zeitpunkt war“, sag Frank Kessler, Leiter des Landwirtschaftsamtes. Folgen nun einige kalte Wochen oder gar ein verspäteter harter Wintereinbruch, würden die bereits geöffneten Blüten absterben. Auch die Problematik des Bodenfrostes könnte der Wintersaat noch gefährlich werden. Sinken die Temperaturen in den nächsten Wochen regelmäßig weit unter den Nullpunkt, könnte dies die Wintersaat erfrieren lassen. Allgemein blicken die Landwirte optimistisch in die Zukunft. „Noch ist die Lage nicht bedenklich“, beurteilt Markus Zehnder die Situation.
Frosttrocknis - Die Gefahr des Wassermangels
Frosttrocknis wird ein spezieller Zustand des Wassermangels genannt. Diese Situation entsteht dadurch, dass die Pflanzen durch Verdunstung zwar Wasser abgeben, aber durch den gefrorenen Boden kein frisches Wasser aufnehmen können. Die Folge ist das Austrocknen der Pflanzen.
Fehlende Niederschläge im Herbst sorgten für trockene Böden. Der Regen der letzten Wochen und fehlender Bodenfrost retteten bisher die Pflanzen.
