Erich Kästner einmal ganz puristisch

Walter Sittler erweckt den großen Autoren zu neuem Leben – ohne Licht, Kostüme und Bühnenbild

Balingen, 30.01.2012

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Erich Kästner ist einer der bedeutendsten Schriftsteller der Nachkriegszeit. Und er hat mitnichten nur Kinderbücher geschrieben. Walter Sittler erweckte Kästner in der Balinger Stadthalle zu neuem Leben.

Kästners große Werke für junge Leser kennt fast jeder: Ob „Emil und die Detektive“, „Pünktchen und Anton“ oder „Das fliegende Klassenzimmer“. Das eigene Erwachsenenleben hat Kästner in seinen Büchern selten thematisiert. Seine autobiografische Erzählung „Als ich ein kleiner Junge war“ aber wurde 2006 zu einer Bühnenerzählung bearbeitet, in der Walter Sittler die Rolle des Erich Kästners verkörpert hat.

Diese Erfolgsproduktion wird nun mit dem Bühnenstück „Vom Kleinmaleins des Seins“ fortgesetzt. Am Freitagabend kamen Literaturfans in der Balinger Stadthalle auf ihre Kosten. Man nimmt Sittler die Rolle des Erich Kästners ab, der in der Ich-Perspektive aus seinem Leben erzählt: mit Melancholie, Ironie, mit Witz und einer gewissen Tragik. Ohne Licht, Kostüme und Bühnenbild schafft es der Schauspieler, das Publikum vom ersten Moment an in seinen Bann zu ziehen. Lediglich von einem sechsköpfigen Ensemble begleitet, das mit seinen Instrumenten stets den richtigen Ton trifft - oder schweigt, wo es nötig ist.

Auch wenn noch etliche Zuschauer die Möglichkeit gehabt hätten, Erich Kästner von einer ganz neuen Seite kennenzulernen, wusste es das anwesende Publikum umso mehr zu schätzen und zeigte sich angesichts Sittlers mitreißender Schauspielkunst begeistert.

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