Der Balinger Perspektivkader muss in den kommenden Wochen auf Kreisläufer und Abwehrchef Christoph Foth verzichten. Der 21-Jährige ist bereits der vierte langzeitverletzte Leistungsträger im Kader des HBW 2

Balingen, 25.01.2012

Vom Pech verfolgt

3. Handball-Liga: Personalsorgen werden immer größer

Vom Pech verfolgt
Beim Drittligisten HBW Balingen-Weilstetten 2 spitzt sich die Personalsituation dramatisch zu. Trainer Eckard Nothdurft beklagt inzwischen den vierten langzeitverletzten Leistungsträger.

Am vergangenen Freitag hat es Christoph Foth erwischt. Der 21-jährige Kreisläufer und Abwehrchef, der in dieser Saison auch schon in der Bundesliga zum Einsatz gekommen ist, hat sich im Training das Kahnbein gebrochen. „Das ist eine ganz blöde und unter Umständen auch langwierige Verletzung“, weiß Trainer Eckard Nothdurft. So wie es aussehe, müsse die Hand nicht operiert werden, aber für sechs bis acht Wochen in Gips gepackt werden.

Foth ist nicht der einzige Leistungsträger, der schmerzlich vermisst wird. Schon im Sommer zog sich Neuzugang Philipp Eber-hardt, ebenfalls Kreisläufer und Defensivspezialist, einen Kreuzbandriss zu. Und Micha Thiemann, Torgarant im linken Rückraum und ebenfalls aus der Abwehr nicht wegzudenken, ging mit angezogener Handbremse in die Saison. Aufgrund seiner lädierten Schulter konnte er nicht werfen, stand aber immerhin in der Deckung seinen Mann. Auch diese Position musste er räumen, weil eine Schulteroperation unumgänglich war. Seither kämpft er in der Reha verbissen an der Rückgewinnung seiner Beweglichkeit. Ob er in dieser Runde aber noch einmal zum Ball greifen kann, erscheint mehr als fraglich.

Große Hoffnungen hatte Nothdurft auf Mario Vuglac gesetzt. Das Supertalent aus Kroatien war für die erste Mannschaft verpflichtet worden, doch auch ihn legte ein Kreuzbandriss lahm. Nach der Winterpause sollte er sich in der zweiten Mannschaft für die erste fit machen, so der Plan. Aber auch der 19-Jährige zog sich eine Schulterverletzung zu und musste sich kürzlich einer Arthroskopie unterziehen, in den kommenden Wochen ist von ihm keine Schützenhilfe zu erwarten.

Zu allem Überfluss hat sich nun also auch noch Foth verletzt. „Viel schlimmer hätte es nicht mehr kommen können“, klagt Nothdurft. Denn ausgerechnet in den kommenden Wochen entscheide sich der Kampf um den Klassenerhalt. Seine Truppe trifft fast ausschließlich auf direkte Konkurrenten: „Da müssen wir unsere Punkte holen, um nicht abzusteigen“, weiß er genau.

Spätestens nach der 28:36-Niederlage vom vergangenen Samstag in Herrenberg müsse jeder begriffen haben, wie es um die Mannschaft bestellt sei. Diese könne nur in der dritthöchsten Liga bestehen, „wenn alles funktioniert“, sprich alle Leistungsträger an Bord seien. Gerade in Herrenberg habe sich der Unterschied deutlich gezeigt. Denn sein Arbeitskollege und gegnerischer Trainer, Axel Kromer, habe auch seine Leistungsträger im Rückraum ersetzen müssen. Aber er habe diese Lücke einigermaßen stopfen können, weil er auf einen Fundus stabiler Spieler habe zurückgreifen können. „Entscheidend war in diesem Spiel zweier dezimierter Mannshaften nicht die Taktik, sondern das Verhalten im Eins-gegen-eins. In dieser Hinsicht waren uns die Herrenberger überlegen und zudem hatten sie in Thomas Barthold den besseren Torhüter“, kennt Nothdurft die Gründe für die Niederlage.

Schlimmer noch: Er befürchtet, dass sich Ähnliches wiederholt. Der HBW ist der einzige Klub, der in der Dritten Liga Süd mit der zweiten Mannschaft antritt, in der sich fast ausschließlich gerade der A-Jugend entsprungene Spieler tummeln. Diese sind zwar hervorragend ausgebildet, in der Breite aber den routinierten Halb- und Vollprofis nicht gewachsen. „Und wenn man sich dann noch anschaut, dass wir im Sommer wichtige Spieler haben abgeben müssen und die Liga insgesamt stärker geworden ist, braucht man sich nicht zu wundern, dass wir in dieser Runde Schwierigkeiten haben, die sich durch die Verletzungsmisere noch verschärfen“, malt Nothdurft ein düsteres Bild vor den Wochen der Wahrheit.

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