Willkommen im Dschungel der Walter Tigers

Basketball-Bundesliga: Tübingen empfängt am Freitag (20 Uhr) den FC Bayern München

Tübingen, 25.01.2012 von Frank D. Engelhardt

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Wenn die Paul-Horn-Arena zum Tollhaus wird, bricht die Zeit der Raubkatzen an. Die Bundesliga-Basketballer Walter Tigers in Tübingen spielen am Freitag (20 Uhr) gegen den FC Bayern – Hochspannung ist garantiert.

Es gibt in Deutschland wohl keine zweite Sportart, die in den vergangenen Jahren derart Fahrt aufgenommen hat wie Basketball. „Zuwachsraten bei Zuschauern und Etat von drei bis fünf Prozent sind die Regel, in der Hinrunde waren es sogar 15“, weiß Robert Wintermantel. Der 41-Jährige kennt die Materie aus dem Effeff, war viele Jahre Kapitän der Tübinger Korbsportler und ist seit 2008 deren Manager. Sein Engagement für die athletische Weltsportart wurde jüngst mit der Berufung in die Spitze der Beko Basketball Bundesliga (BBL) gewürdigt. Als deren Vizepräsident macht er sich ebenso stark für seine Tigers – und die bekommen es am Freitag mit dem FC Bayern zu tun.

Der Vorzeigeclub aus der bayrischen Metropole hat zwei her-ausragende Mannschaftssportarten: Fußball und Basketball – und das nicht von ungefähr. Während König Fußball nicht mehr aus unserer Kultur wegzudenken ist, hat sich das Spiel mit den Körben auf die Überholspur begeben. Das Ziel: Bis 2020 soll in Deutschland die stärkste Basketball-Liga Europas entstehen. Und mittendrin sind die ehrgeizigen Bajuwaren, ebenso wie die Schwaben.

Ihre Wurzeln haben die Tigers beim 1903 gegründeten Tübinger Sportverein 1903. Seit an die 30 Jahre spielen sie in der Bundesliga, zehn Jahre alleine in der ersten. Und dort haben sich die schwäbischen Raubkatzen seit acht Spielzeiten festgekrallt. Die Paul-Horn-Arena mutiert regelmäßig zum Dschungel, in dem die Tübinger Basketballer ihr Unwesen treiben, um den Gegnern die Punkte abzujagen.

3200 Plätze stehen im Tübinger „Unterholz“ zur Verfügung, mit einer Auslastung von fast 90 Prozent sind die Heimspiele der Tübinger bestens besucht. Die Begegnung gegen die Bayern wird vor vollem Haus stattfinden. „Wir hatten Anfragen, ob wir überhaupt noch Karten hätten, noch bevor wir überhaupt in den Verkauf sind“, erklärt Wintermantel süffisant. Aber auch bei anderen Rundenspielen ist das Interesse groß. „40 Prozent der Zuschauer kommen aus Tübingen, ein Fünftel aus Reutlingen – alle anderen aus der gesamten Region“, ist sich Christoph Koppensteiner über die Außenwirkung der Tigers bewusst. Der bekennende Basketball-Fan setzt mit seiner Agentur die Tübinger ins rechte Licht und hat gemeinsam mit Wintermantel 2009 ein Marketingkonzept entwickelt, das sie gemeinsam Stück für Stück umsetzen – und das äußerst erfolgreich.

So tragen die Sportler ihrer gesellschaftlichen Verantwortung Rechnung, in dem sie unter anderem soziale Projekte unterstützen und regelmäßig Kontakt mit dem Nachwuchs pflegen. „Die Identifikation mit unserem Team ist groß, das passende Merchandising natürlich selbstverständlich“, führt Koppensteiner weiter aus. Der ständige Austausch mit den Fans sei unerlässlich und ein wichtiger Baustein für den Erfolg des Vereins. Ein eigener Kanal auf der Video-Plattform Youtube (Tigers TV) ist ebenso selbstredend wie eine Fanseite im sozialen Netzwerk Facebook – fast 5000 Anhänger haben hier ihre Sympathie bereits bekundet und verfolgen die Neuigkeiten ebenso interessiert wie auf der Tigers-Homepage.

„Wir gehören zwar mit unserem Etat von unter zwei Millionen Euro ins untere Viertel der Liga, möchten damit aber irgendwann auch mal in die Play-offs“, betonen Wintermantel und Koppensteiner unisono.

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