22.01.2012

Wie man ankommt: gutes Benehmen am Arbeitsplatz

Benehmen am Arbeitsplatz
Korrektes Auftreten, Anreden und Verhalten sind im Beruf oft Voraussetzung für Karriere. Im Gegensatz zum Freundeskreis spielen im Büro Rangordnungen, Titel und Anreden eine größere Rolle. Benimm, Höflichkeit, Taktgefühl und Distanz sind gefragt. Auch die Zeit ist wichtig: Wer Kunden und Gäste warten lässt, hinterlässt oft einen unseriösen Eindruck.

Susanne Helbach-Grosser (www.takt-und-stil.de) empfiehlt strikte Ordnung. Auch ohne Kundenkontakt sage die Ordnung oder das Chaos auf dem und um den Schreibtisch oder Arbeitsplatz in der Werkstatt herum einiges über das Gespür für Qualität und Professionalität eines Menschen aus. Vermieden werden sollte außerdem eine Luft zum "Schneiden", Kaffeetassen und fleckige Gläser oder gar Flaschen auf den Unterlagen, verstaubte Büropflanzen, und die Einkaufstüte (Handtasche, Jogging-Schuhe, oder der Rucksack) unter dem Schreibtisch oder in einer Ecke der Werkbank. Aber auch offen herumliegende unsortierte oder beschmutzte Werkzeuge sind eigentlich tabu.

Pünktlichkeit

Pünktlichkeit wird auch heutzutage hoch geschätzt. Wer zu spät kommt, hat oft von vornherein schlechte Karten. Wer dagegen Meetings pünktlich beginnen lässt, spart sich und anderern Zeit. Noch ein Grundsatz: nie unvorbereitet in eine Besprechungen gehen. So zeigt man Respekt gegenüber dem  Gesprächspartner- Kunde, Ausbildungsleiter bzw. Chef.

Optik

In Werkstatt und Werkhallen ist Berufskleidung meist Pflicht. Sie orientiert sich an den Sicherheitsbestimmungen und an Zweckmäßigkeit, aber auch Hygienevorschriften. Da bleibt wenig Spielraum.

Grundsätzlich gilt im Büro, in der Verwaltung oder im Laden: Schauen Sie sich die Kleidung der Kollegen an und verlassen Sie sich auf Ihr Gefühl. Vermeiden Sie schrille Farben und beispielsweise weiße Socken zum dunklen Anzug. Auch Krawatten mit Comicfiguren sind nicht unbedingt vorteilhaft. Wer im Anzug oder Kombination daher kommt, zeigt Respekt für Geschäftspartner und Kollegen. Frauen dürfen ruhig elegant aussehen. Vom superkurzen Mini oder einem zu tief ausgeschnittenen Top raten Benimm-Fachleute eher ab.

Begrüßung und Anrede

"Mahlzeit" oder andere umgangssprachliche Grüße sind unangebracht. Denn die ersten Sekunden entscheiden darüber, ob sich zwei Menschen sympathisch sind oder nicht. Geschäftspartner geben sich die Hand, ohne diese zu schütteln. Hier steht laut Expertin Helbach-Grosser fest: Die Erlaubnis zum Shakehands muss vom "Höherstehenden" ausgehen. Streckt Ihnen der seine Rechte entgegen - greifen Sie zu. Aber bitte nicht zu herzhaft: Ein fester Händedruck vermittelt selbstbewusstes Auftreten, zu viel davon nur Schmerzen.

Distanz halten

Dabei dem Gegenüber in die Augen schauen und nicht zu nahe an ihn oder sie herantreten. Wer näher als einen halben Meter an einen anderen heranrückt, erfährt oft Ablehnung.

Namen sind Fakten

Merken Sie sich den Namen des Gesprächspartners. Wenn Sie ihn nicht verstanden haben, fragen Sie gleich nach. Das ist oft besser, als ihn später nicht zu wissen. Manchmal bietet es sich an, gleich bei der Begrüßung Visitenkarten zu verteilen. Auch Ihr Gesprächspartner wird sich über diese Gedankenstütze freuen. Wichtig dabei: Niemals eine Visitenkarte ungelesen einstecken. Das ist extrem unhöflich. Mit dem "Du" darauf warten, bis es der ranghöhere Kollege anbietet. Niemals einseitig duzen.

Small Talk

Vermeiden Sie Gespräche über Beziehungsprobleme, Klagen über Wehwehchen oder gar ernste Krankheiten. Diese sind kein Thema für Gespräche mit Geschäftspartnern. Überhaupt: Wer jammert klaut anderen die Zeit. Tabu ist auch Büroklatsch sowie Lästern über Kollegen oder Geschäftspartner.

Handy

Das persönliche Handy bleibt stumm- oder ausgeschaltet. Private Gespräche nicht während eines Meetings führen. Achten Sie auch auf die Klingel-Melodie. Hier ist ein seriöses Klingeln oft besser als der neueste Rocksong oder Beethoven.

E-Mail

Bei E-Mail-Korrespondenz gilt Seriosität genauso wie bei Briefen. Die Typ- und Imageberaterin empfiehlt, nicht im Affekt zu schreiben sondern sich die Mails vor Versand nochmals gut durchzulesen. Seien Sie nicht ironisch. Ironie lässt sich schwer vermitteln und wird oft falsch verstanden. Schreiben Sie kurz, schließlich hat niemand heute so richtig Zeit für Unwichtiges. E-Mails sind nicht als vertrauliche Mitteilungen geeignet. Achten Sie auf die richtigen Adressen und vergessen Sie nicht, Kollegen evtl. in das CC-Feld aufzunehmen, um denInformationsfluss sicher zu stellen. Smileys gehören nicht in geschäftliche Mails. Schreiben Sie korrekt. Wörter komplett in Großbuchstaben gelten als unhöflich oder als Schreien. Neue Übermittlungstechniken und Dateiformate nur einsetzen, wenn Sie von allen geöffnet werden können. Verbreiten Sie keine Serienbriefe oder verbotene Bilder. Als Grußformel böten sich heute durchaus Formulierungen wie "sonnige Grüße aus Albstadt" oder "schöne Grüße aus dem Killertal" an, so die Empfehlung von Experten.

Wer sich im Detail über die korrekte Handhabung von E-Mails informieren möchte, findet im Internet unter dem Stichwort „netiquette“ viele hilfreiche Anregungen. 

 

 

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