22.01.2012

Soft Skills – was dahinter steckt

Mit dem Begriff „Soft Skills“ werden Kompetenzen bezeichnet, die langfristig und berufsübergreifend anwendbar sind. Solche „Schlüsselkompetenzen“ hängen stark mit persönlichen Eigenschaften und Verhaltensweisen zusammen. In Verbindung mit den so genannten „Hard Skills“, d.h. fachlichen Kenntnissen und Qualifikationen, bilden sie die berufliche Handlungskompetenz einer Person.

Fachwissen allein ist heute nicht mehr ausreichend, um im Beruf erfolgreich zu sein. Nur wenn ein Arbeitnehmer sein Fachwissen auch adäquat umsetzen kann, ist er „beschäftigungsfähig“ und entsprechend der beruflichen Anforderungen voll und vor allem vielseitig einsetzbar. Soft Skills sind dabei die „Problemlöse-Werkzeuge“, mit denen neue Qualifikationen erworben werden können, und die es Arbeitnehmern ermöglichen, sich veränderten Situationen im Berufsleben besser anzupassen zu können. Zu den immer wichtiger werdenden Soft Skills gehören daher insbesondere soziale, kommunikative, mentale und personale Kompetenzen:

Soziale Kompetenzen umfassen alle Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmale einer Person, mit denen eine Balance zwischen eigenen Bedürfnissen und den Anforderungen aus dem sozialen Umfeld hergestellt werden kann. Um sozialkompetent handeln zu können, muss eine Person über eine realistische Selbsteinschätzung verfügen und auch andere Personen richtig wahrnehmen und einschätzen können. Sozialkompetente Verhaltensweisen sind beispielsweise Kommunikations-, Kooperations-, Koordinations-, Team-, Kontakt- und Konfliktfähigkeit, aber auch interkulturelle Kompetenz (z. B. im Umgang mit internationalen Geschäftspartnern).

Sozialkompetente Persönlichkeitsmerkmale sind dagegen Rollenflexibilität, Durchsetzungs- und Kritikfähigkeit, Einfühlungsvermögen oder Toleranz.

Als kommunikative Kompetenzen werden solche Fähigkeiten bezeichnet, die in der direkten oder indirekten Kommunikation mit anderen Menschen von Bedeutung sind. Kommunikative Kompetenzen sind ein Teilbereich von sozialen Kompetenzen, beinhalten aber zusätzlich auch Fähigkeiten wie Präsentations- und Moderationstechniken, rhetorische Kompetenz, Überzeugungsvermögen und Verhandlungsgeschick. Ebenso wie Fähigkeiten zum Aufbau und Aufrechterhalten von Beziehungen (so genannte „Networking-Kompetenz“) und emotionale Intelligenz, d.h. die Fähigkeit angemessen mit eigenen und fremden Gefühlen umgehen zu können.

Mentale Kompetenzen beziehen sich vorwiegend auf das Denk-, Lern- und Leistungsvermögen einer Person. Dazu gehören beispielsweise Kreativität und Problemlösekompetenz, die Fähigkeit zum systematischen Denken, Stressbewältigungskompetenz, Entscheidungs- und Führungsstärke, die Fähigkeit zum selbständigen Arbeiten und Lernen sowie Zeitmanagement-Techniken.

Personale Kompetenzen beziehen sich auf persönliche Einstellungen und Erfahrungen und bilden die Grundlage für andere Kompetenzen. Hierzu zählen unter anderem Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Sorgfalt und Disziplin, Einsatzfreude, realistische Selbsteinschätzung, Leistungsbereitschaft und Motivierungsvermögen, Anpassungsfähigkeit, Ausdauer, Selbstbewusstsein und Selbstvermarktungsfähigkeit oder Umgangsformen (z. B. Freundlichkeit).

Die genannten Kompetenzbereiche können nicht eindeutig getrennt werden, da einzelne Fähigkeiten voneinander abhängig sind (z. B. soziale und personale Kompetenzen). Auch können viele dieser Soft Skills zwar trainiert werden (z. B. rhetorische Fähigkeiten), andere sind dagegen eher in der Persönlichkeit angelegt und entsprechend schwerer zu erlernen (z. B. emotionale Intelligenz).

Für die persönliche Karriereentwicklung sind Soft Skills inbesondere wichtig, weil die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt groß ist und es viele Stellenbewerber mit ähnlichen Qualifikationen gibt. Bei der Personalauswahl von Unternehmen spielen Soft Skills deswegen eine große Rolle, weil sie oft den Unterschied zwischen den Bewerbern ausmachen. Denn Unternehmen suchen nicht nur qualifizierte Arbeitskräfte, sondern auch Arbeitskräfte, die mit ihren individuellen Eigenarten und Kompetenzen am besten zum Unternehmen passen und für die jeweiligen Stellenanforderungen am besten geeignet sind.

Nach einer Studie des BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung) sind die von Arbeitgebern in Stellenanzeigen am häufigsten gefragten Soft Skills Team-, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeiten (52 Prozent), dicht gefolgt von mentalen Fähigkeiten wie der Fähigkeit zum selbständigen Arbeiten und Lernen (36 Prozent) sowie Flexibilität und Kreativität (31 Prozent). Und auch personale Kompetenzen wie Leistungsbereitschaft oder Motivierungsvermögen werden oft von Bewerbern gefordert (27 Prozent). Zu den Berufen, in denen häufig Soft Skills verlangt werden, gehören insbesondere Organisationsberufe, künstlerische Tätigkeiten, Ingenieurs- und Technikberufe, Dienstleistungsberufe, IT-Berufe, Beratung und Verkauf, Sozial- und Erziehungsberufe und bürokaufmännische Tätigkeiten.

Verantwortlich dafür sind vor allem die derzeitigen Trends in der Arbeitswelt, die Soft Skills in verschiedenen Branchen immer bedeutsamer machen:

Aufgrund des hohen Drucks suchen Unternehmen daher immer mehr „Kreativköpfe“, die über Ideenreichtum und Problemlösekompetenz verfügen, um sich langfristig Wettbewerbsvorteile sichern zu können. Und durch die Globalisierung vieler Wirtschaftsbereiche fordern Arbeitgeber zudem in steigendem Maße interkulturelle Kompetenz, Flexibilität und Mobilitätsbereitschaft von ihren Mitarbeitern, um ihr Unternehmen auf dem internationalen Markt positionieren zu können.

In fast allen Berufsgruppen spielen beispielsweise kundenorientierte Beratungs- und Dienstleistungsgebote eine immer wichtigere Rolle, so dass verstärkt Mitarbeiter mit sozialen und kommunikativen Fähigkeiten gesucht werden. Aber auch der zunehmende Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie zur Abwicklung von Geschäftsprozessen und die Veränderung von Unternehmensstrukturen (z. B. flache Hierarchien) und Arbeitsformen (z. B. Projektarbeit, Job-Rotation) machen auf Seiten der Mitarbeiter Soft Skills wie Weiterbildungsbereitschaft, selbständiges Arbeiten und Lernen, Verantwortungsbewusstsein oder Teamfähigkeit erforderlich.

(Quelle: www.arbeits-abc.de)

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