Es war einmal ein Präsident
14.01.2012 von Daniel Seeburger
Es war einmal ein Bundespräsident, der hieß Horst Köhler. Nachdem er unser Land sechs Jahre lang weise und umsichtig regiert hatte, trat er am 31. Mai 2010 zurück. Sein Verhalten verblüffte zahlreiche Menschen, die der Ansicht waren, er habe seinen Job hervorragend gemacht. Schließlich musste er sich früher, als er noch Direktor des Internationalen Währungsfods war, weder wegen dubioser Kredite für sein Privathaus verantworten noch logierte er im Urlaub kostenlos bei einflussreichen und finanzmächtigen Freunden. Als Präsident achtete er auch immer die Unabhängigkeit der Presse und versuchte nie, Einfluss auf die Veröffentlichung eines Artikels zu nehmen. Als Horst Köhler am 22. Mai 2010 von einem Besuch der Bundeswehr aus Afghanistan heimkehrte, gab er dem Deutschlandradio ein Interview, in dem er sagte, dass „im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern (...)“. Er habe das auf die Einsätze gegen die Piraten am Horn von Afrika bezogen und nicht auf den Bundeswehreinsatz unter UN-Mandat in Afghanistan, versuchte er sich gegen seine Kritiker zu verteidigen. Der Bundespräsident verwies auf die Missverständnisse, zu denen seine Ausführungen geführt hätten – und trat nach acht Tagen zurück. Ach, wäre er doch im Amt geblieben.
