Ein Ort zum Wohlfühlen
40 Jahre Haus Bittenhalde: Jubiläumswoche vom 8. bis 13. Mai – Blick in Geschichte
Messstetten-Tieringen, 12.01.2012 von Volker Schweizer
Der evangelische Diakon Thomas Mehlfeld (47) aus Heidenheim (wir berichteten) tritt im Mai die Nachfolge von Diakon Werner Pichorner an, der am 29. Juni in den Ruhestand verabschiedet wird. Pichorner stand seit 1993 der Tagungsstätte vor.
Das Angebot ist auch im Jubiläumsjahr wieder breit gefächert. Es gibt unter anderem Gesundheitstage, Seminare, Tanznachmittage und Musikwochen.
Ein Schwerpunkt sind die Jubiläumsveranstaltungen, die sich vom 8. bis 13. Mai erstrecken. Start ist am Dienstag, 8. Mai, mit einem Tag für Frauen- und Gemeindegruppen. „Wer immer nur gibt, gibt irgendwann auf“ – so ist zum Auftakt der Vortrag von Dr. Beate Weingardt aus Tübingen überschrieben. Nach einem Festbuffet tritt die Theatergruppe „Purpur“ des Landestheaters Tübingen auf.
Mit einem gemeinsamen kirchlichen und theologischen Arbeitstag der Dekanate Balingen, Sulz und Tuttlingen geht es am Donnerstag, 10. Mai, weiter. Am Freitag, 11. Mai, ist der Bisinger Gospelchor in der Kirche zu hören. Der Festakt zum Jubiläum findet am Samstag, 12. Mai, um 17 Uhr im Haus Bittenhalde statt.
Im Anschluss dürfen sich die Gäste auf Musikkabarett mit Leonhard Völlm aus Tübingen freuen. Prälat Christian Rose feiert am Sonntag, 13. Mai, um 10.30 Uhr den Festgottesdienst in der Kirche mit. Danach stehen bis 16 Uhr die Türen der Tagungsstätte für neugierige Besucher offen. Das Haus Bittenhalde bietet 60 Betten in Einzel-, Zwei- und Dreibettzimmern für Erwachsene sowie 36 Betten für Jugendliche. Jährlich buchen rund 250 verschiedene Gruppen insgesamt rund 12 000 Übernachtungen.
Schon im Dezember 1945 kamen junge Menschen nach Tieringen, um hier eine Weihnachtsfreizeit durchzuführen. Erich Franke, der für den Kirchenbezirk Balingen zuständige Bezirksjugendwart, hatte dafür sein Haus in Tieringen geöffnet. 1957 errichtete der Kirchenbezirk Balingen an dem Platz der heutigen Tagungsstätte ein eigenes Haus, damals Landheim genannt. Die Mitglieder des Jugendwerkes Balingen trugen durch ihre außergewöhnlichen Arbeitseinsätze zum Entstehen dieses Landheimes bei, das 1962 erweitert werden musste. Dieser Trakt steht noch heute und ist als „Jugendtrakt” in die Tagesstätte integriert.
Die Einfachheit des Landheimes reichte den Ansprüchen der Besucher in den 1960er-Jahren nicht mehr aus. Außerdem verlangten die Gemeinden nach einer Freizeit- und Tagungsstätte.
So gründeten die Kirchenbezirke Balingen, Sulz und Tuttlingen den Kirchenbezirksverband „Haus Bittenhalde”. 1972 konnte nach umfangreichen Planungen die neue Tagungsstätte mit Gesamtkosten von 2,4 Millionen Mark eingeweiht werden. Die Phase des Ausbaus vom Landheim zur Tagungsstätte wurde von Diakon Walter Kirchner, der schon seit 1959 im Landheim als Leiter tätig war, mit großem Engagement getragen. Er wechselte dann 1972 zum Feriendorf Tieringen und betrieb dessen Auf- und Ausbau.
Bei der Feier zum 25-jährigen Bestehen erinnerte sich der damalige Dekan Gotthilf Baumann noch genau an die Entstehung des Haus Bittenhalde. Ein „Gasthaus des Wohlbefindens“, in dem sich die Besucher geborgen und gut aufgehoben fühlen, sollte geschaffen werden, meinte er beim Festakt.
Viel Erfahrung in der gemeindebezogenen Tagungsarbeit brachte Diakon Gerhard Potrafke mit, der von 1972 bis 1993 die Tagungsstätte leitete. Ihm ist es gelungen, die Arbeit der Tagungsstätte in den Gemeinden der drei Kirchenbezirke zu verwurzeln und das Haus über die Grenzen des Verbandsgebietes und der Landeskirche hinaus bekannt zu machen. Im Jahr 1987 erforderten die starke Belegung der Tagungsstätte und die wiederum gestiegenen Ansprüche an die Ausstattung der Zimmer einen Ausbau.
Es entstanden der Westtrakt mit elf Zimmern und der großzügige Eingangs- und Verwaltungsbereich. Unter der Leitung von Diakon Werner Pichorner wurde 1995 der „Große Saal“ renoviert und in den Jahren 1998 und 1999 das Haupthaus saniert.
