Leserbrief

Das „C“ im Parteinamen ernst nehmen

10.01.2012

Herr Bareiß, wenn Sie das Interview mit Bundespräsident Wulff genau verfolgt haben, haben Sie sicher auch sein Bibelzitat „...von dem, der unschuldig ist, der den ersten Stein werfen möge...“, vernommen. Es mag, was Ihre Person angeht, genauso rechtlich in Ordnung sein, wie wenig Sie Ihren eigenen Wählern über die Gefahren der Atomkraft erzählen oder darüber, dass die „Gorleben-Erkundung“ in Wirklichkeit schon lange ein Ausbau zum Endlager im Dreischichtbetrieb ist. Ob es da nicht auch verschiedene Ansichten gibt, was moralisch vertretbar ist und was nicht, mag jeder selbst entscheiden, zum Beispiel auch die Wähler, mit denen Sie im Juli in Ebingen über die Energiewende gesprochen haben, wo ich auch mit dabei war. Auch ein Eintreten für eine deutsche Bürgschaft für ein Atomkraftwerk in Brasilien in völlig veralteter Technik in einem Gebiet mit Erdbebengefahr, das Sie mir per Brief dargelegt haben, ist Geschmackssache. Ich denke, eine Partei, die das „C“ in ihrem Namen führt, nimmt die Werte, die damit verbunden sind, ernst. Das versuche ich als Christin immer wieder und hoffe dasselbe auch von Ihnen.

Gisela Stoll
Wagentalstraße. 16, Balingen