„Unser Kreis ist noch goldig dran“

Paritätischer Wohlfahrtsverband stellt bundesweiten Armutsatlas vor – Große regionale Unterschiede

Zollernalbkreis, 09.01.2012 von Rosalinde Conzelmann

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Was die soziale Hilfsbedürftigkeit betrifft, ist Deutschland ein tief zerrissenes Land. Es gibt bei Armut und Hartz IV immense regionale Unterschiede. Der Zollernalbkreis steht bundesweit gut da.

Bei der Berechnung der „relativen Armutsquoten“, wie mittlerweile in der EU üblich, werden Personen in Haushalten gezählt, deren Einkünfte weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens betragen. 2010 lag diese quasi-amtliche Armutsgefährdungsschwelle für Singlehaushalte bei 826 Euro, für Familien (Eltern plus zwei Kinder unter 14 Jahren) bei 1735 Euro. Die Hartz IV-Bemessungsgrenze liegt für eine alleinstehende Person bei 701 Euro, während bei der armutsgefährdeten Familie die Differenz zu Hartz IV nur noch 39 Euro beträgt. Deshalb spricht der Wohlfahrtsverband nicht mehr von Gefährdung, sondern generell von Armut.

Es gibt innerhalb der Bundesländer große Unterschiede und die Quoten und Tendenzen sind unabhängig von der Konjunktur. Das sind zwei Kernaussagen aus dem Atlas. Die Armutsquoten reichen von 10,8 Prozent in Bayern bis 22,4 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Der Wohlfahrtsverband spricht von einem „armutspolitischen Flickenteppich“.

Bei Hartz IV nimmt Baden-Württemberg nach Bayern den zweiten Platz ein: Der bayerische Landesdurchschnitt liegt bei 4,4 Prozent, die Quote im Ländle bei 5,2 (Juli 2011).

Der Zollernalbkreis bewegt sich mit einer Quote von 4,5 Prozent innerhalb dieser Zahlen. „Bundesweit stehen wir gut da“, sagt Sozialdezernent Eberhard Wiget. Seine Einschätzung: „Wir sind noch goldig dran.“ Das liegt auch an den ländlichen Strukturen. Der Zollernalbkreis hat rund 189 000 Einwohner. Davon leben 6722 Menschen in 3 667 Bedarfsgemeinschaften, sprich Haushalten, von Hartz IV (Stand November 2011). Die größte Gruppe sind die Alleinerziehenden (1792 Personen, die in 823 Haushalten leben), gefolgt von 486 Familien mit einem Kind. Rund 800 Menschen sind von Altersarmut betroffen.

Betrachtet man die Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren, fällt auf, dass die Hartz IV-Kurve abnimmt. Im Mai 2006 lag die Zahl der Hartz IV-Haushalte bei 4 891, zum Dezember 2011 waren es noch 3 667. In absoluten Zahlen gesprochen, hat die Zahl der Hartz IV-Empfänger von Anfang des Jahres 2011 bis November um 800 abgenommen.

Diese Entwicklung schlägt sich auch im Kreishaushalt positiv nieder. Zum Vergleich: Im Dezember 2009 lagen die Ausgaben für Hartz IV bei knapp neun Millionen Euro; im Dezember 2010 wurden 10,4 Millionen Euro ausbezahlt und im Dezember 2011 „nur“ noch 8,2 Millionen Euro (inklusive Bildungspaket).

Die Groesste Gruppe sind die Alleinerzihenden - Warum???

Es wird immer unfassbarer, was bei uns vor sich geht! Warum muss der/die arbeitende Person fuer die Vaeter oder auch Muetter deren Kinder finanziell tragen??? Die Gesellschaft, der Arbeitnehmer, wird Asugebeutet von sogenannten Christlichen Politikern. Diese Politik hat nichts mit der Lehre der Bibel zu tun, das vermehrt nur die Zahl der Kinder ohne Vaetert! Je mehr Unterstuetzung die bekommen, um so mehr Vaeterlose Kinder werden wir erziehen mussen.
Gibt es wirklich soviele arme Menschen im reichsten und wirschaftlich maechstigten Land Europas?
Josef Bujtor am 09.01.2012 12:00:15
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