Wärmstes Jahr seit 20 Jahren
Wetterrückblick 2011: Milder Winter, wenig Regen und viel Sonnenschein
Balingen, 07.01.2012 von Karl-Heinz Jetter
Das Jahr 2011 war das wärmste seit 20 Jahren und auch in Sachen Sonnenschein sind die Bürger in Balingen verwöhnt worden. Mit 2190 Sonnenscheinstunden schien die Sonne am zweithäufigsten im Vergleichszeitraum seit 1981. Das schlägt sich auch auf die Temperaturen nieder: Der Jahresdurchschnitt lag bei plus zehn Grad Celsius. Die Niederschlagssumme liegt mit 742,8 Liter pro Quadratmeter dagegen etwas unter dem Schnitt.
Der Dezember 2010 zeigte sich als strammer Wintermonat. Er brachte mit minus 15,6 Grad den kältesten Tag und mit 22 Zentimeter die mächtigste Schneedecke des Jahres 2010 hervor. Der Januar 2011 war zweigeteilt. Auf einen streng winterliche erste Monatshälfte mit minus 12,9 Grad folgte ein halber Monat mit frühlingshaften Temperaturen von plus 13,8 Grad. In der Bilanz war der Monat zu warm, zu trocken und zu sonnenscheinarm. Der Winter endete mit einem zu milden Februar, in dem die Temperaturspanne von plus 18,1 Grad bis minus 12,5 Grad reichte.
Der Winter 2010/2011 weist eine Mitteltemperatur von 0,7 Grad aus, der kernige Winter kann mit 60 Frosttagen, einer überdurchschnittlich hohen Neuschneesumme von 98 Zentimetern und einer geschlossenen Schneedecke von 44 Tagen aufwarten. Das Frühjahr war viel zu trocken, dafür war es überaus sonnig und deutlich zu warm. Im Schnitt sind nur 105 Liter gegenüber durchschnittlich 234 Litern pro Quadratmetern an Regen gefallen. Die Sonne schien 768 Stunden statt der durchschnittlichen 515 Stunden und die Temperatur lag bei 10,7 Grad gegenüber 8,3 Grad.
Im März hat es kaum geschneit. Die Temperatur kletterte bis auf 20,1 Grad und die Sonne schien mit 200 Stunden rund 65 Stunden mehr als üblich.
Der April legte beim Sonnenschein noch zu, so dass in der Bilanz bei 273 Sonnenscheinstunden ein Plus von rund 100 Stunden gegenüber dem Durchschnittswert zu verbuchen ist. Herrliche Frühlingstage gab es im April. Wie der März und April fiel auch der Mai recht sonnig und war viel zu trocken. In der Zeit der Eisheiligen war es zwar etwas kühler als davor und danach , aber noch weit weg von schädigendem Frost. Am 30. Mai wurde der erste „heiße Tag“ mit 30,5 Grad registriert.
Der Sommer war im Gegensatz zum Frühjahr nur durchschnittlich warm. Im Juni, dem erste Sommermonat, schien die Sonne nur 190 Stunden. Das waren nur rund 100 Sonnenscheinstunden weniger als im Mai. An 19 von 30 Junitagen regnete es. Der Juli brachte den ersehnten Regen. Der Monat fiel deutlich zu nass aber auch zu kalt aus. Von den 160,3 Litern, die es im Juli regneten fielen allein am 7. Juli 62,5 Liter Regen. Auch der August war etwas feuchter, aber im gesamten sommerlicher als die Vormonate. Auf der Zollernalb kam der Sommer auf 29 Sommertage.
Der Herbst zeigte sich von seiner goldenen Seite und brachte schönes Wetter. Schon der September fiel zu warm, zu trocken und sehr sonnig aus. Allein in den letzten 10 Septembertagen gab es 100 Stunden Sonnenschein. Der Oktober hatte ein sommerliches und ein winterliches Gesicht. An drei Sommertagen brachte der Monat bereits den ersten Frost und auch die erste Schneedecke.
Ein Monat der Superlative war der November des zurückliegenden Jahres. In der Gesamtbilanz zu warm, sehr sonnig und überaus trocken. Mit 152,4 Stunden im November hat die Sonne so häufig wie nie in 20 Jahren geschienen. Mit einem Niederschlag von nur 0,8 Litern pro Quadratmeter wurde er zum trockensten seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes in Baden-Württemberg.
Der Dezember (wir berichteten ausführlich am Dienstag) zeigte sich als recht milder Wintermonat: Es gab keinen strengen Frost, wenig Schneefall und grüne Weihnachten. Dafür gab es viel Regen und kalten Wind.
Für die Statistik: Das Jahr 2011 im Überblick
Die Jahresmitteltemperatur betrug plus zehn Grad. An Niederschlag fielen 742,8 Liter. Insgesamt hatte das vergangene Jahr 112 Regentage.
Frost gab es an 90 Tagen. Eistage, an denen es ganztägig unter Null Grad bleibt, wurden 15 gezählt.
Die größte Regenmenge innerhalb von 24 Stunden fiel vom 7. auf den 8. Juli mit 62,5 Litern pro Quadratmeter. Der Wind frischte das Jahr über an 64 Tagen bis mindestens zur Windstärke sechs (39 km/h und mehr) auf. An 22 Tagen wurden Gewitter registriert.
Geschneit hat es nur an 24 Tagen und eine geschlossene Schneedecke lag an 27 Tagen. Zählt man allen gefallenen Schnee im Jahr 2011 zusammen, so kommt man auf eine Neuschneesumme von 37 Zentimeter. Zum Vergleich: 2010 waren es 190 cm.
Die mächtigste Schneedecke lag auf der Stationshöhe in Heselwangen (573 Meter) Anfang Januar.
Nebel gab es an insgesamt 27 Tagen und die Sonne schien ganze 2190 Stunden. Zum Vergleich: Im 20-Jahres-Durchschnitt waren es nur 1825 Stunden.
Der kälteste Tag vom ganzen Jahr war der 23. Januar mit minus 12,9 Grad. Die frostfreie Zeit dauerte vom 6. Mai bis zum 14. Oktober.
Sommertage kamen 49 zusammen. Heiße Tage (30 Grad und mehr) gab es zehn.
Wärmster Tag vom zurückliegenden Jahr war der 23. August, bei dem das Thermometer 33 Grad anzeigte.
