Leserbrief
Die Semestergebühren sind angebracht
31.12.2011
Tagtäglich liest man über die Forderung, mehr in Bildung zu investieren. Auch bei Herrn Majer habe ich den Eindruck, man tue in diesem Bereich zu wenig. Lieber Herr Majer, machen Sie sich doch mal die Mühe und stellen Sie fest, wie viele Euro allein der Zollernalbkreis in die beruflichen Schulen gesteckt hat. Das Albstädter Berufsschulzentrum ist außen und innen total saniert und modernisiert worden. Das gleiche gilt für Balingen und Hechingen. In Albstadt finden Sie vier Gymnasien auf engstem Raum: Wirtschaftsgymnasium, biotechnisches Gymnasium, das sozialwissenschaftliche und ernährungswissenschaftliches Gymnasium. Dazu kommen Berufskollegs unterschiedlicher Fachrichtungen. Was wollen Sie noch mehr? Übers ganze Land verstreut haben wir angesehene Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien. Wenn dann die Studenten meckern, die Hörsäle seien überfüllt, dann liegt dies daran, dass sich zu viele an den Hochschulen bewerben, die überhaupt nicht dorthin gehören, weil sie nicht studierfähig sind. Viele Dozenten beklagen sich über Studenten, denen das notwendige Wissen in Mathematik und Sprachen fehlt. Dann gibt es viele Studenten, die gar nicht wissen, was sie überhaupt studieren sollen. Man studiert Archäologie, dann ein paar Semester Psychologie und wenn dann nach zwölf Semestern gar nichts dabei herausgekommen ist, sind sie ein Fall für den Psychiater. Deshalb finde ich die Semestergebühren angebracht, denn so kann man die „ewigen Studenten“ in ihrer Zahl begrenzen. Zum Abschluss wäre ich sogar dafür, Aufnahmeprüfungen für Studienanfänger einzuführen, denn die Abiturnoten sind durch die „Noteninflation“ nicht mehr aussagefähig. Ich bin überzeugt, wir hätten ein Drittel weniger Studenten und somit dann wesentlich mehr Platz für alle Studierwilligen und Studierfähigen jungen Leute.
Gerhard MüllerSiemensstraße 24, Balingen
