Ein ziemlich verdächtiges Leuchten am Himmel
Angeblicher Flugzeugabsturz beunruhigt Bevölkerung an Heiligabend
Tuttlingen, 27.12.2011
Ein seltsames Himmelsleuchten an Heilig Abend ließ die schlimmsten Befürchtungen aufkommen, denn die Menschen im Raum Tuttlingen und Bodensee vermuteten ein Flugzeugabsturz. Dabei wurden Erinnerungen an den Absturz zweier Verkehrsmaschinen bei Überlingen wach.
Exakt um 17.30 Uhr liefen die Telefone bei den Notrufzentralen der Polizei in den Landkreises Tuttlingen, Schwarzwald-Baar, Sigmaringen und im Bodenseeraum heiß. Innerhalb von zehn Minuten gingen über 60 Anrufe ein, die weiteren konnten gar nicht mehr registriert werden. Alle Anrufer, Autofahrer, Passanten, Gottesdienstbesucher die auf dem Weg zur Kirche waren, sahen am klaren Himmel einen leuchtenden Feuerball mit einem Schweif auf die Erde stürzen, der sich am Ende in mehrere brennende Einzeiteile auflöste. Die meisten der Zeugen vermuteten einen Flugzeugabsturz. Bei vielen von ihnen kam dabei der Zusammenstoß zweier Verkehrsmaschinen vor wenigen Jahren bei Überlingen in Erinnerung. Die Polizei nahm sofort Kotakt mit der Flugsicherung bei den Flughäfen Stuttgart und Zürich (Schweiz) auf. Von beiden Seiten erhielt sie jedoch die Bestätigung, dass alle registrierten Maschinen auf dem Radar zu sehen seien, keine Verkehrsmaschine abgestürzt sei. Allerdings würden kleine Flugzeuge in den unteren Schichten nicht überwacht werden.
Weil jedoch zu viele der Zeugen sicher waren, einen vermeintlichen Absturz einer Verkehrsmaschine beobachtet zu haben und der Bereich Neuhausen ob Eck mehrmals vermutet worden war, setzte die Polizei alle verfügbaren Kräfte zum Absuchen der Gegend ein. Noch während dieser Anlaufphase kamen weitere Meldungen hinzu, wonach im Raum Neuhausen ob Eck aufsteigende Rauschwaden gesichtet worden seien. Die Polizei löste daraufhin zusammen mit der Rettungsleitstelle des Landkreises Tuttlingen Alarm für die Feuerwehren und die Rettungsdienste aus. Mit mehreren Einsatzfahrzeugen eilten die Feuerwehren aus Tuttlingen, Neuhausen ob Eck verstärkt jeweils mit ihren Ortsteilwehren sowie die DRK Bereitschaften in den Einsatzraum nach Neuhausen ob Eck. Die angeforderte Polizeihubschrauberstaffel in Stuttgart konnte wegen schlechten Wetters allerdings nicht bis in den Einsatzraum vordringen. Während die Polizei und Rettungskräfte nach der vermeintlichen Absturzstelle suchten, verdichteten sich die Informationen, dass ein Meteorit in die Erdatmosphäre eingedrungen und hierbei verglüht sein könnte. Gegen 19.26 Uhr bestätigte schließlich die Flugsicherung in Langen/Frankfurt, dass gegen 17.30 Uhr, ein größerer Meteorit über Deutschland verglüht sei. Zuvor hatte jedoch noch eine andere Meldung kurzfristig für eine Irritation gesorgt. Zeitgleich wurde in den Nachrichten bekannt gegeben, dass ein russischer Satellit abgestürzt und beim Eindringen in die Erdatmosphäre in mehrere Teile zerbrochen sei. Ein Zusammenhang konnte jedoch schnell ausgeräumt werden, wenn auch die Teile des Satelliten auf die Erde fielen. Gegen 20 Uhr wurde die Suche nach einer vermeintlichen Absturz- beziehungsweise Einschlagstelle eines Meteoriten abgebrochen, zumal keine Schadensmeldungen von Dritten eingegangen sind. Die im Laufe des Abends bei Neuhausen ob Eck entdeckten Rauschwaden erwiesen sich im Nachhinein als aufsteigenden Bodennebel.
