Gefangene befreien

24.12.2011 von Daniel Seeburger

„Das schlimmste Gefängnis ist das geschlossene Herz“, sagte einmal Papst Johannes Paul II. Ob er es auf Weihnachten gemünzt hatte, weiß ich nicht. Aber gerade an Weihnachten zeigt sich die unheimliche Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Wochenlang wird Besinnung angemahnt, und wenn dann die Ruhe einkehrt, fühlen sich viele Menschen leer. Man macht sich Gedanken über Geschenke, das Weihnachtsmenü, den richtigen Baum und dann sitzt man vor demselbigen und fragt sich, ob das nun alles gewesen sein soll. Es ist ein Trugschluss zu glauben, jemanden glücklich zu machen, wenn man ihn mit dem neuesten Smartphone, einem Schmöker oder sonst was beschenkt. Glück lässt sich nicht in materiellen Parametern messen. Glück ist flüchtig, nicht greifbar. Kaum hat man es, macht es sich auch schon wieder aus dem Staub. Weihnachten ist ein Fest, zu dem wir allen Glück wünschen, aber verschenken können wir es nicht. Es gibt nur eine Möglichkeit, jemanden glücklich zu machen – mit einem Lächeln, das ehrlich ist, von Herzen kommt. Öffnen wir zu Weihnachten unsere Herzen und befreien wir die Gefangenen darin.

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