Der Weg zur „Voba Neckaralb“?
KOMMENTAR • FUSIONSPLÄNE DER GENOSSEN
23.12.2011 von Karl-Otto Müller
Keine Frage, die Volksbänker in Balingen wie jene in Rottweil wissen sehr wohl, auf welche Kanonenkugel sie sich mit ihren in dieser Woche bekannt gemachten Fusionspläne setzen: Statt einer Volksbank Zollernalb stellen uns die Volksbankchefs ihre Verschmelzung mit Rottweil vor? Mit einem anderen Landkreis. Einem anderen Regierungsbezirk.
Ähnlich geht es den Verantwortlichen in der altehrwürdigen Reichsstadt: Statt der Umarmung Schrambergs ein Miteinander mit Balingern, einem protestantischen Oberamtsstädtchen?
Na, wenigstens sind wir alle Württemberger. Volksbanken stehen wohl alle gemeinsam vor denselben Problemstellungen: Gesetzgeber und Bankenaufsicht nehmen sie in die Mangel, der verschärfte Wettbewerb setzt sie unter Druck und im Buhlen um Fachkräfte leiden sie unter dem doch etwas angestaubten Genossenschaftsimage. Die Chancen könnten in größeren Einheiten liegen – deshalb ist es besser, heute zu handeln als morgen.
Vernunft sei es gewesen, aber auch Sympathie auf Gegenseitigkeit – um nicht mit dem Wort „Liebesheirat“ voreilige Spötter auf den Plan zu rufen. Zahlenmäßige Stärke jedenfalls erlaubten ein konstruktives „Verhandeln auf Augenhöhe“, deshalb erhoffen sich Vorstände und Aufsichtsräte jetzt auch von Vernunft und dem Blick in die Zukunft getragene Entscheidungen. Folgen Volksbänker damit doch den Pfaden ihrer Geschäftskunden: Die Automobile Zollernalb mit Niederlassungen in Albstadt, Balingen, Rottweil u.a. Euronics – in Tuttlingen, Rottweil, Balingen.
Der Gedanke von Aufsichtsrat Hugger ist nicht von der Hand zu weisen: Weshalb sollte ein zukunftsfähiges Bankhaus sich auf Kreisgrenzen beschränken? Ja, als Volksbank Neckaralb könnte es für die Genossen von Rottweil bis Tübingen zur Heimat werden.
Und südlich dieser Oberzentren, so muss an dieser Stelle betont werden, darf durchaus auch mit Stärke auf sich aufmerksam gemacht werden.
