Tieringen ist auf dem Weg zur Datenautobahn bereits einen Schritt voraus: Für eine spätere Glasfaserschließung wurde vom Hauptverteiler der Telekom in Oberdigisheim ein Leerrohr verlegt.
Tieringen ist auf dem Weg zur Datenautobahn bereits einen Schritt voraus: Für eine spätere Glasfaserschließung wurde vom Hauptverteiler der Telekom in Oberdigisheim ein Leerrohr verlegt. Foto: Manuel Wedig.

Messstetten, 20.12.2011

Schluss mit dem Schneckentempo

Gemeinderat stellt Weichen für schnelle Internet-Verbindung in vier Meßstetter Ortsteilen

Schluss mit dem Schneckentempo
„Das sind tolle Zukunftsaussichten“, freute sich Tarzisius Eichenlaub im Gemeinderat. In spätestens 15 Monaten kann in allen Meßstetter Ortsteilen mit Vollgas durchs Internet gesurft werden.

Noch ist in Heinstetten, Hossingen, Tieringen und Unterdigisheim Schneckentempo angesagt. In Heinstetten zum Beispiel hat nach Angaben von Bernd Braun und Michael Gomeringer, die im Frühjahr eine Bürgerinitiative gegründet haben, fünf Prozent der Bevölkerung überhaupt keine Möglichkeit ins Internet zu gehen, der Rest muss sich bislang mit rund 300 Kilobit pro Sekunde begnügen.

Der Haushalt 2011 sah noch keine Mittel für eine schnelle Internet-Verbindung vor. Bürgermeister Lothar Mennig bedauerte dies im Dezember 2010 mit dem Verweis, dass sich noch kein technischer Lösungsweg abzeichne. „Es gab immer wieder Ansätze und Vorschläge für eine bessere Versorgung, die jedoch alle nicht zu befriedigen vermochten“, hieß es in der Vorlage zur jüngsten Sitzung. Aus diesem Grund habe der Meßstetter Gemeinderat im Januar diesen Jahres für 8600 Euro die Firma Geodata aus Westhausen im Ostalbkreis mit der Erstellung einer Breitbandkonzeption beauftragt.

Die Ergebnisse liegen nunmehr vor. Laut dem Gutachten sind der Hauptort Meßstetten, mit Ausnahme des Gewerbegebietes hinter dem Kreisverkehr, und der Stadtteil Oberdigisheim gut bis sehr gut versorgt. Auch in Hartheim ist alles im grünen Bereich. Dort wurde schon vor über fünf Jahren durch eine Bürgeraktion das Unmögliche möglich gemacht. Rund 210 Haushalte hatten verbindlich zugesichert, ein Angebot der Telekom anzunehmen. Sah es anfangs noch nach einer Notlösung mittels Antenne aus, konnte das Unternehmen dafür gewonnen werden, einen DSL-Anschluss via Kabel zu realisieren. Von diesem einmaligen Bürgerengagement schwärmt Bürgermeister Lothar Mennig heute noch.

Für die übrigen Ortsteile empfiehlt das Gutachten eine Glasfasererschließung. Um die zustande zu bringen, muss der Hauptverteiler in Oberdigisheim „angezapft“ werden. Die Distanz nach Unterdigisheim ist gering und daher nicht aufwendig. Nach Hossingen wird ein Leerrohr von der Einmündung der Kreisstraße über das Michelfeld bis zum Ortseingang verlegt. Eine bessere Versorgung von Heinstetten ist über eine Leitung von Hartheim her möglich.

Die Tieringer sind schon einen großen Schritt weiter, dort liegt bereits ein Leerrohr. Das Land und die Firmen Mattes und Ammann, Interstuhl und Robert Koch steuerten Geld dazu bei.

Dem Gemeinderat sei eine „zukunftsweisende Versorgung“ wichtig, deshalb solle in allen Ortsteilen zwischen fünf und 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen, informierte Hauptamtsleiter Hans Ritter. Um an Geld vom Land zu kommen, muss in den Ortsteilen eine Bestandserhebung durchgeführt werden. Danach haben Anbieter innerhalb von zwei Monaten die Möglichkeit, bei der Stadt Angebote abzugeben. Wer den Auftrag bekommt, entscheidet der Meßstetter Gemeinderat in der März-Sitzung.

Der Beschlussvorschlag war an die Bedingung gekoppelt, dass die Glasfaser-Lösung nur kommt, wenn es eine finanzielle Förderung gibt. Die Einschränkung wurde jedoch gestrichen. „Obwohl Telekommunikationsunternehmen die späteren Profiteure sind, ist dieser Standortvorteil der Stadt ein Betrag von circa 265 000 Euro wert“, betonte Bürgermeister Lothar Mennig.

Laut Hauptamtsleiter Hans Ritter muss bis zur Realisierung mit bis zu 15 Monaten gerechnet werden. Die Frage von Jürgen Clesle aus Oberdigisheim, ob auch das Geyerbad in die Planung einbezogen sei, bejahte Ritter. Allerdings liege dafür noch kein Angebot vor.

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