Regenwasser kostet künftig 28 Cent

Balingen, 09.12.2011 von Karl-Otto Müller

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Jetzt kommen erstmals relevante Zahlen zur gesplitteten Abwassergebühr auf den Tisch. Am kommenden Dienstag werden Oberbürgermeister Reitemann und Stadtkämmerer Jürgen Eberle die künftige Kalkulation für Schmutzwasser und so genanntes Oberflächenwasser, das in die Kanalisation geleitet wird, vorstellen: Mit 28 Cent kalkuliert Jürgen Eberle die Niederschlagsgebühr pro Quadratmeter überbauter Fläche, mit 1,78 Euro jeden Kubikmeter Abwasser, den die Nutzer in die Kanalisation einleiten.

Diesen Neuberechnungen seien einerseits die bisherigen Gebührenaufkommen zugrunde gelegt worden – wobei die erhobenen zwei Euro Abwassergebühr doch unter den tatsächlich angefallenen 2,16 Euro lägen. Andererseits stützen sich die Flächenberechnungen auf die im vergangenen Jahr erstellten Luftaufnahmen. Haus- und Grundbesitzer seien informiert und angehört worden. Am Dienstag wird das Thema diskutiert

Ge- oder Erhört?

"Die Grundstückbesitzer wurden angehört". Und haben dann nie wieder etwas gehört. Trotz eklatanter Mängel in den Erhebungsbogen und mangelhaft informierter, widerwilliger Mitarbeiterinnen der Auskunftsstelle muss der Grundstückbesitzer hoffen und beten, dass er nicht nur ge-, sondern auch erhört wurde.
Die im Vorfeld angekündigte Transparenz sieht anders aus. Und das Vertrauen in die Zuverlässigkeit und Datensicherheit ist begrenzt: Wenn die eine Auskunftsstellen"beraterin" ihrer Kollegin das Passwort für die Wasser-Software lauthals durch das gut besuchte Rathaus-Foyer buchstabiert (weil die andere kein römisches Wasser kennt). Wenn sie sich penetrant weigert, ihre Plan-Kritzeleien als Kopie herauszugeben (obwohl das der einzige "Beleg" für den Gehörten ist, was besprochen wurde). Wenn die Damen von ihrem Fragebogen offensichtlich selbst überfordert sind (und ihr Unvermögen mit wachsender Unhöflichkeit zu vertuschen versuchen).
Dann bleibt der Eindruck, dass die Verwaltung bis hinunter zum kleinsten Zahnrädchen den Gebührenzahler halt doch wieder nur als nervigen kleinen Bittsteller betrachtet, der am besten nichts hinterfragt und die Klappe hält.
So schafft sich der städtische Wasser-Kopf selbst Arbeit: Statt die "Kunden" vernünftig zu betreuen und zu informieren, provoziert man offenbar lieber viele Dutzend Widersprüche (oder hofft, dass der eine oder andere zu bequem ist, den städtischen Fehlern zu widersprechen). Gut für die Stadtwerke, dass es für Wasser noch keinen freien Markt gibt.
Werner Maier am 14.12.2011 06:33:39
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