Vom Städter zum ländlichen Burgvogt
Oliver Frahm im Portrait: Die Fasnet begleitet ihn schon sein Leben lang
Straßberg, 09.11.2011 von Bianka Roith
Zwar musste das Narren-Gen bei dem Burgvogt erst geweckt werden, doch die Fasnet lag Oliver Frahm schon immer am Herzen und irgendwie auch im Blut. „Ich bin ein lustiger, geselliger Typ“, erzählt er. Deshalb war er schon als Jugendlicher unterwegs – beim Fasching in Echterdingen. Das war lange Zeit der einzige Fasching, den der gebürtige Stuttgarter kannte. Doch er ging jedes Jahr fleißig zu diesen Veranstaltungen.
Mit seinem Umzug nach Erlaheim lernte Oliver Frahm die Fasnet ganz neu kennen – und war fasziniert vom närrischen Treiben und den zum Teil grausig aussehenden Gestalten im Häs. „Die Hallenfasnet war ein Erlebnis“, erzählt er mit leuchtenden Augen. Damit war das Narren-Gen ihn ihm geweckt.
Aufgewachsen in Leinfelden-Echterdingen, machte er von 1989 bis 1992 eine Lehre zum Speditionskaufmann bei der Firma „Panalpina“ in Stuttgart. Nach zehn Jahren in der Stadt, wechselte er als Logistiker nach Bisingen zur Firma „Loesdau“. Wiederum zehn Jahre später, 2010, ging er als Disponent zur Firma „Steinwerke Teufel“. Damit war Oliver Frahm, der einstige Städter, auch in seiner Narren-Heimat auf dem Land angekommen.
Wie könnte es anders sein, lernte er seine Frau Kordula, geborene Wurzinger, ebenfalls auf der Fasnet kennen. Da sie in der Burgnarren-Zunft war, wurde auch er gleich Mitglied – als Hästräger im Burgfalkenkostüm. Seit acht Jahren ist Oliver Frahm jetzt in Straßberg Zunftmitglied.
Von 2008 bis 2010 war er zweiter Burgvogt, im November 2010 trat er das Erbe von Winfried Kleiner an und wurde erster Burgvogt, das Oberhaupt der Straßberger Narren. Sein Vorgänger wurde beim Häsabstauben zum Ehrenpräsidenten ernannt. Winfried Kleiner ist auch immer noch im Hintergrund aktiv, um dem Noch-Neuling an der Spitze des Narrenwesens zu unterstützen. „Er hat eben viel Erfahrung“, so Oliver Frahm.
Seit 2007 ist Oliver Frahm verheiratet, hat zwei Kinder aus erster Ehe und eine kleine sechsjährige Tochter aus zweiter Ehe. Diese ist schon eifrig in den Fußstapfen ihrer Eltern unterwegs. „Sie ist auch ganz verrückt auf die Fasnet“, erzählt Oliver Frahm stolz, einen kleinen Burgfalken daheim zu haben.
In seiner neuen Heimat ist Oliver Frahm auch über die Fasnet hinaus im Vereinsleben aktiv. Er hat zwei Schäferhunde und ist daher Mitglied im Verein der Hundefreunde in Ebingen. Und er ist Mitglied im Skiclub Straßberg. „Ich war auch Skilehrer, aber das geht zeitlich nicht mehr“, erklärt er. Beides, närrisches Treiben und Skisport, sei eben im Winter. Und dann geht für Oliver Frahm stets die Fasnet vor. Dennoch hat er noch ein anderes Hobby: das Mountainbikefahren. Oliver Frahm war schon in Ebingen beim Bike-Marathon mit dabei und schwang sich auch schon in Frohnstetten in den Fahrradsattel. Die nächsten Monate wird aber wieder die Fasnet im Mittelpunkt stehen. Doch während früher immer am Schmotziga der Narrenbaum gestellt wurde, geschieht dies jetzt immer am Tag des Musikerballs, der ersten Fasnetsveranstaltung im Ort.
Los geht es aber ganz traditionell am 5. Januar mit dem Häsabstauben. Dann sind die Burgnarren bei diversen Veranstaltungen, Umzügen und Zunftabenden, unterwegs. Im Ort wird am Schmotziga Bürgerball gefeiert, am Montag Kinderfasnet und am Dienstag wird der Prinz, Daniel I., als Strohpuppe und damit auch die Fasnet verbrannt.
