Schüler wollen früh über Berufe informiert werden

Letzter Arbeitstag der Junior-Akademie 2011: Reporter besuchen die teilnehmenden Unternehmen aus Balingen

Balingen, 05.11.2011

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Am letzten Tag in den Betrieben besuchten die Reporter der Junior-Akademie Bizerba sowie Krug und Priester. Dabei erfuhren sie viel über Bewerbungen, Auslandsaufenthalte und Familienbetriebe.

Der Betrieb Krug und Priester legt großen Wert auf seine regionale Bindung und die familiäre Atmosphäre. „In unserem mittelständischen Unternehmen kennt man sich untereinander“, berichtet Michael Walther, kaufmännischer Leiter und Ausbilder. Einige der Angestellten arbeiten dort bereits in der dritten Generation. Sie pflegen einen guten Kontakt zu Schulen in der Region.

Bewirbt man sich bei Krug und Priester, wird im Zeugnis besonders auf die Verhaltensnote geachtet. „Jemanden mit der Note drei im Verhalten laden wir gar nicht erst zum Gespräch ein“, betont Walther. Pluspunkte gäbe es für vielfältige Hobbys und Interessen, fügt er hinzu. Hat man es in das Unternehmen geschafft, sind die Chancen groß, sich dort beruflich weiter zu entwickeln. „Viele der Führungskräfte sind eigene Gewächse“, meint der kaufmännische Leiter.

Die Firma Bizerba versucht durch vielfältiges Engagement junge Leute für technische Berufe zu begeistern. Beispielsweise nimmt sie an Bildungsmessen teil und kooperiert unter anderem mit dem hiesigen Gymnasium. „Es hängt sehr viel vom jeweiligen Lehrer ab, wie man über Berufsausbildungen informiert wird“, erzählt Anna Zorn, frisch ausgebildete Wirtschaftsingenieurin bei Bizerba. Jürgen Fröhlich war ab Klasse zehn auf einem technischen Gymnasium. Dadurch genoss er früh eine technische Vorbildung. Das half ihm bei seinem späteren dualen Studium zum Ingenieur der Elektrotechnik. Ähnliches berichtet auch Markus Stauß. Er war auf einem Wirtschaftsgymnasium und studierte im Anschluss Wirtschaftsinformatik. „Ein einziges Praktikum in der Schullaufbahn ist einfach zu wenig“, bemängeln die vier Interviewpartner. Viele Firmen würden dies gerne unterstützen, versichert Julia-Kathrin Vollmer, Leiterin der Aus- und Weiterbildung bei Bizerba. Vollmer selbst hat ein duales Studium abgeschlossen. Ihre Erfahrung bringt sie ins Unternehmen mit ein.

Bildung fängt in frühen Jahren an. Da macht Bizerba auch nicht vor dem Kindergarten halt. Das „Haus der kleinen Forscher“ von der IHK ist eine Initiative zur Stärkung der naturwissenschaftlichen Bildung in Kindergärten. Diese wird von Bizerba aktiv unterstützt

Ein weiterer wichtiger Aspekt des dualen Studiums ist der Auslandsaufenthalt. Bizerba bietet ihren Dual-Studenten die Möglichkeit ein halbes Jahr bei ausländischen Tochterfirmen zu arbeiten. Der Aufenthalt findet günstigerweise in der Phase der betrieblichen Ausbildung statt. „Würde man während der Studienphase gehen, müsste man womöglich die Vorlesungen in einer fremden Sprache anhören“, meint Anja Graf, Wirtschaftsingenieurin bei Bizerba. Ein Auslandsaufenthalt müsse gut geplant sein, fährt sie fort. Sonst habe man anschließend viel Lernstoff nachzuholen. Graf selbst war für ein halbes Jahr in Shanghai, China.

Bei allen in dieser Woche besuchten Firmen sind die kaufmännischen Stellen begehrter als die gewerblich-technischen. Das, obwohl der Bedarf an Arbeitskräften mit technischer Ausbildung wesentlich höher ist.

Die Junior-Akademie will dem entgegenwirken. Dass das Projekt Früchte trägt, zeigt sich bei Bizerba. Zwei ehemalige Junior-Akademie-Teilnehmer machen dort gerade eine technische Ausbildung.

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