Standort notfalls komplett schließen

Schutzbereiche behindern die Weiterentwicklung – Bürgermeister hat viele Ideen für die Kaserne

Messstetten, 05.11.2011 von Volker Schweizer

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Meßstetten sucht nach Ersatz für die Bundeswehr. Bürgermeister Lothar Mennig will dabei die Bevölkerung mit einbinden. Er denkt an einen Ideenwettbewerb und an Bürgergespräche.

Seit der Entscheidung, die Kaserne aufzugeben, lotet Mennig viele Möglichkeiten für eine Nachnutzung aus. Eine Option wäre seiner Meinung nach ein Energie- oder Gewerbepark. Auch ein Outlet-Center könnte er sich vorstellen. Wichtig ist ihm, dass neue Arbeitsplätze mit einher gehen. Tourismusprojekte, Therapieangebote oder gar ein Ausbildungszentrum lassen sich seiner Meinung nach nicht mit der gleichzeitigen Nutzung des Truppenübungsplatzes in Einklang bringen. Deshalb könne Meßstetten auch kein Interesse daran haben, dass der Übungsbetrieb künftig sogar noch konzentriert werde, zum Beispiel durch die deutsch-französische Brigade aus Donaueschingen.

Der Bürgermeister geht sogar noch einen Schritt weiter, verweist auf den Weichenwang, wo die Bundeswehr weiter präsent sein soll. Sowohl der Radarturm als auch der Übungsplatz hätten Schutzbereiche zur Folge. Und darin ließen sich zum Beispiel keine Windkraftanlagen erstellen. Deshalb, so Mennig, wäre es für Meßstetten sogar vorteilhafter, wenn die Bundeswehr den Standort komplett schließen würde, also einschließlich der verbleibenden 20 Dienstposten.

Einem Doppelstandort Stetten a.k.M./Meßstetten räumt Lothar Mennig wenig Chancen ein. Übergangslösungen hält er eher für nachteilig. In drei bis vier Jahren werde niemand mehr die Notwendigkeit sehen, für den Verlust der Kaserne einen Ausgleich zu schaffen. Als Konversionsmaßnahmen könnte sich Bürgermeister Lothar Mennig vorstellen: Bevorzugte Gewährung von Zuschüssen für privat-gewerbliche Maßnahmen von Firmen – auch unterm Jahr, Sanierungsprogramm für Überkapazitäten im Wohnungsbestand im Bueloch, Zuschüsse aus dem Ausgleichstock, zum Beispiel für die Generalsanierung des Hallenbades im Feriendorf Tieringen (der Kostenanteil der Stadt Meßstetten beläuft sich auf 50 Prozent), Sonderprogramm für die Reaktivierung leerstehender Bausubstanz im Ortskern, Verbesserung der Breitbandinfrastruktur und Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur durch den Bau einer Überholspur auf der Ebinger Steige.

Im Konversionsprozess sollten Nusplingen und Obernheim mit einbezogen werden. Außerdem baut der Bürgermeister auf die Unterstützung durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Zollernalbkreis, die Stadt Albstadt, den Landkreis und die IHK Reutlingen. Auch an die zivilen Mitarbeiter in der Kaserne denkt Lothar Mennig. Die Agentur für Arbeit sei gefordert, sei es für die Vermittlung einer neuen Arbeitsstelle in der Privatwirtschaft oder die Durchführung von Höherqualifizierungs- und Umschulungsmaßnahmen.

In nächster Zeit kommt viel Arbeit auf den Gemeinderat zu. Mennig möchte die weitere Strategie aber nicht in einer regulären Sitzung festlegen. Er hält dafür eine Klausurtagung an einem Wochenende für notwendig. Dazu möchte er auch Referenten einladen.

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