So laut kann Stille sein
Friedrich Zimmermann zieht es neckarwärts
Albstadt/Hechingen, 14.10.2011 von Holger Much
Still ist es in der Hechinger Villa Eugenia. Nach dem frohen Lärm der bestens besuchten Vernissage mit einer Einführung von Annette Müller-Bengsch und der französischen Leichtigkeit der Gruppe Les Goguettes ist nun wieder jene Stille eingekehrt, die entsteht, wenn sich Menschen konzentrieren, ganz einlassen:
Die neuen Gemälde, Grafiken und Skulpturen von Friedrich Zimmermann ziehen, wie dies seine Art ist, unwillkürlich in ihren Bann.
Im intensiven Zwiegespräch vermögen sie den Besucher in manch spannenden Dialog zu verwickeln, flüstern leise von tief Empfundenem, Persönlichem, oder klatschen einem auch mal Zeitgeschichtliches um die Ohren – immer authentisch, immer unverwechselbar und dankenswerterweise auch immer absolut echt statt aktuellen, flüchtigen Kunsttrends verbunden. Faszinierend, wie laut auf diese Weise die stillen Skulpturen und Bilder sein können.
Einen spannenden und ganz anderen Blick auf Friedrich Zimmermanns Kunst gewährt der Balinger Fotograf Bernhard Jung. Er begleitete den Maler und Bildhauer über die lange Zeit, in der die auf dem Tailfinger Friedhof Markenhalde aufgestellte Großskulptur entstand. Egal ob Stilleben aus der Werkstatt, die Ästhetik eines viel gebrauchten Werkzeuges, oder der von Steinstaub bedeckte Bildhauer selbst – in seinen Fotos gelang es Jung, faszinierende Momentaufnahmen eines über Monate dauernden Schaffensprozesses zu machen, Fotos, die ungekünstelt einen sonst verwehrten Blick auf kreatives Arbeiten gewähren.
Die Fahrt nach Hechingen in die Villa Eugenia lohnt sich also allemal. Zumal es den bisher noch in Tailfingen beheimatete Künstler nicht nur mit seiner Ausstellung in Hechingen tendenziell neckarwärts zieht.
Info
Friedrich Zimmermanns Ausstellung „Dazwischen“ in der Villa Eugenia, Hechingen. Dauer der Ausstellung: bis 6. November 2011.
