Kein klassischer Aufsteiger

Fußball-Oberliga: TSG Balingen zum Topspiel beim VfR Mannheim erwartet

Balingen, 30.09.2011 von Marcel Schlegel

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Ein Sieg morgen beim VfR Mannheim könnte der TSG Balingen die Tabellenführung in der Fußball-Oberliga bescheren. Im Duell mit dem bärenstarken Aufsteiger ist für die Maier-Elf Vorsicht geboten.

Schon jetzt scheint es sich wieder einmal zu bewahrheiten: Im Laufe einer langen Saison gleicht sich am Ende alles doch irgendwie aus. Diese oft zitierte Floskel würde Balingens Trainer Karsten Maier ohne Wenn und Aber unterschreiben. Denn waren seine Jungs etwa bei den Stuttgarter Kickers 2 noch überlegen und unterlagen dennoch mit 0:3, hatte im jüngsten Derby der FC 08 Villingen im Au-Stadion ein Chancenplus. Doch verlor er mit 0:1.

Maier räumt ein: „Der Sieg gegen Villingen war prinzipiell glück-lich, weil der Gegner einen Pfosten- und einen Lattenschuss hatte.“ Doch stellt der Coach auch klar: „Wir haben aber nicht schlecht gespielt. Es war nicht so, als hätten uns die Villinger auseinander genommen. Auch wir hatten unsere Chancen.“ Und deshalb, und das habe er bezogen auf die eigene Elf auch nach dem Kickers-Spiel gesagt, sei bei den Villingern eben etwas schief gelaufen: „Denn wären sie wirklich so gut gewesen, wie es vielfach geheißen hat, wieso haben uns die Villinger dann nicht abgeschossen?“ Am Ende des Tages zählen nur Tore und Punkte. Das weiß Maier genau: „Wir freuen uns über den Dreier. Und damit auch genug.“

Fest steht: Trotz des dritten Sieges in Serie und Tabellenplatz drei – gab es dennoch zwischen Maier und seiner Truppe im Training Rede- und Handlungsbedarf. Insbesondere in den Offensivbemühungen sind dem TSG-Trainer Defizite im Spiel seiner Elf aufgefallen. „Wir haben unsere Angriffe schlecht ausgespielt. Es hat uns ein Stückweit die Durchschlagskraft gefehlt. Das gilt für jede Position.“ Vielleicht habe sich sein Team von den Großchancen der Villinger beeindrucken lassen, vermutet der 42-Jährige: „In der Offensive haben wir oft die falschen Entschei-dungen getroffen.“ Das Problem: „So sind die Bälle immer wieder zurückgekommen.“ Aus dem eigenen Angriff wurde ein Villinger Gegenangriff. Hier gelte es anzusetzen, glaubt Maier. „Wir wollen im nächsten Spiel nicht um das Tor herumspielen, sondern auf das Tor“, grinst er und konkretisiert, man brauche im Sturm klarere Aktionen: „Wenn uns diese gelingen, werden wir auch in Mannheim ein gutes Ergebnis erzielen.“

Kein Geringerer als der Spitzenreiter VfR Mannheim heißt die Maier-Elf morgen im Rhein-Neckar-Stadion willkommen. Der Blick auf den bisherigen Saisonverlauf des Aufsteigers nötigt auch dem langjährigen Trainer aus Balingen Respekt ab: „Es ist beeindruckend, was Mannheim bislang gespielt hat. Auch die Höhe der Ergebnisse und die Leistungen auswärts sind herausragend.“ Als Verbandsliga-Meister in die Oberliga aufgestiegen, blieb der VfR in den ersten acht Saisonspielen ohne Niederlage. Die Tabellenführung hat das Team von Coach Kenan Kocak nach wie vor inne. Doch zuletzt bewies der SSV Ulm, dass auch Mannheim verwundbar ist. In einer hochklassigen Partie rang der Absteiger den Neuling mit 2:1 nieder. Es war die erste Pleite der Kurpfälzer nach sage und schreibe 22 ungeschlagenen Pflichtspielen. Maier warnt daher: „Das ist kein klassischer Aufsteiger.“

Mit aktuell 20 Zählern führen die Mannheimer die Rangliste derzeit an. Auf 19 Zähler bringt es die Spvgg Neckarelz, 18 Punkte hat die TSG auf dem Konto – und zudem ein Spiel weniger absolviert. Ein Sieg beim VfR könnte den Balingern daher sogar die Tabellenführung bescheren. Daran will Maier nicht denken, vielmehr freue er sich über die bisher so reibungslos verlaufene Spielzeit. „Man kann sagen: Der Saisonstart ist uns geglückt“, gibt Maier offen und ehrlich zu. Darüber hinaus habe sein Team bereits Reife bewiesen und so manch' einen Rückschlag weggesteckt: „Für mich beweist das einmal mehr, dass in der Oberliga jeder jeden schlagen kann.“ Und dass kein Spiel schon vor dem Abpfiff verloren ist – auch nicht, wenn es gegen den Tabellenführer geht.


Ex-Dortmunder Gambo spielt für den Deutschen Meister von 1949

Beim VfR Mannheim blieb nach dem Aufstieg in die Oberliga kein Stein auf dem anderen. Leistungsträger der Vorsaison mussten aufgrund zahlreicher Neuzugänge weichen und haben sich zu Bankdrückern entwickelt.

Der Star des Traditionsklubs, der 1949 Deutscher Meister und in den 70er-Jahren schon zweitklassig war, ist Bashiru Gambo. Der Ex-Bundesliga-Spieler (Borussia Dortmund) kam in der Sommerpause vom Dritt-?ligisten Jahn Regensburg.

Der VfR ist nicht nur Primus. Mit 26:6 Toren stellt Mannheim auch den besten Angriff und die beste Abwehr der Liga. Wer das Balinger Gastspiel im Rhein-Neckar-Stadion sehen will, steigt in den TSG-Bus (10:30 Uhr, Au-Stadion).

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