Wenn bei uns nichts geht...
Nachbarn liebäugeln mit einer Rad-Alternativtrasse zum „Hammer“
Nusplingen, 27.09.2011 von Katja Weiger-Schick
Das Bäratal bietet sich für ausgiebige Lauf- und Radtouren an. Die Strecke nach Unterdigisheim ist zum Beispiel seit etlichen Jahren beliebter und gern genutzter Treff: für Radler, Jogger, Walker, Mamas mit Kinderwagen, Steppkes mit Bobbycar oder Roller, Inlineskater und Jakobspilger.
?In Richtung Bärenthal geht’s ebenfalls voran: Die Arbeiten an der Trasse bis zum Pumpwerk „Hammer“ befinden sich seit Juli in vollem Gang (wir berichteten). Der Unterbau sei mittlerweile fast fertig, so Bürgermeister Alfons Kühlwein, der davon ausgeht, dass der Streckenabschnitt noch in diesem Jahr fertig wird. Eingeweiht wird er allerdings erst 2012. Die Nusplinger können dann einen Haken an eine unendliche Geschichte machen, die jede Menge „Papierkrieg“ verursacht hat.
Sprichwörtlich „Schlag auf Schlag“ geht es außerdem zwischen Heidenstadt und Hartheim. Hier wurde für den neuen Radweg bereits ordentlich ausgeholzt und freigeschnitten. Noch im Herbst wollen die Verantwortlichen mit den Bauarbeiten loslegen. Deshalb schlug die Nusplinger Verwaltung ihren Räten in der jüngsten Sitzung vor, betreffende Strecke in die Prioritätenliste für Radwege aufnehmen zu lassen. Wer was bezahlen müsse, sei bereits geklärt, führt Alfons Kühlwein aus. Auf Meßstetter Seite übernehmen Flurbereinigung, Landkreis und Stadt die Kosten zu gleichen Teilen. Hier ist der Weg übrigens als „Wirtschaftsweg“ deklariert und drei Meter breit.
Auf Nusplinger Seite finanzieren Landkreis und Gemeinde das zweieinhalb Meter breite Teilstück. Etwas teurer als ursprünglich kalkuliert wird das Projekt für Nusplingen dennoch. Kühlwein rechnet mit Kosten zwischen 20 000 und 25 000 Euro. Der Grund dafür: Der Radweg verläuft aufgrund der Veränderungen im geplanten Gewerbegebiet „Eschle“ anders als vorgesehen (wir berichteten) und führt entlang der Kreisstraße bis zum Heidenstädter Ortseingang.
Nusplinger setzen auf die Verbundenheit mit den Egesheimern
Nach wie vor in den Sternen steht, wie sich das Radwege-Netz in Richtung Egesheim entwickeln wird. Sehr zum Leidwesen der Nusplinger, die ihren Ort gern noch enger mit der Nachbargemeinde im Landkreis Tuttlingen verbunden sähen. „Viele unserer Bürger arbeiten im Nachbarlandkreis“, erklärt Alfons Kühlwein, „im Gegenzug nutzen viele Egesheimer unsere dörfliche gute Infrastruktur mit Fachgeschäften, Ärzten und Apotheke.“
Die Egesheimer – das ist in Nusplingen kein Geheimnis – ärgern sich darüber, dass ihre Gemeinde radwegtechnisch in der Luft hängt. Deshalb liebäugeln sie ihrerseits mit einer Alternativroute in Richtung Pumpwerk „Hammer“. Diese würde einen bereits bestehenden Schotterweg integrieren. Solche Überlegungen kann Alfons Kühlwein verstehen: „Die Egesheimer müssen schauen, wo sie bleiben. Und wenn in unsere Richtung nichts geht…“
Freizeitfahrer oder Familien, die von Nusplingen nach Egesheim kommen wollen, nehmen nach Kühlweins Ansicht den kleinen Umweg übers Pumpwerk in Kauf – wohl aber kaum jene, die gern mit dem Rad frühmorgens zur Arbeit fahren wollen.
Ganz klar ist für den Rathauschef eins: „Käme diese Lösung zum Tragen, wären wir Nusplinger etwas außen vor.“
