Zollernalbkreis, 26.09.2011

Robert Mennens Taktik geht auf

Mountainbike: Außenseiter gewinnt den zweiten Sparkasse Trans Zollernalb vor Genze

Robert Mennens Taktik geht auf
Robert Mennen (Topeak-Ergon) hat die zweite Ausgabe des Sparkasse Trans Zollernalb gewonnen. Er verwies gestern den Vorjahressieger Hannes Genze (Mulitvan-Merida) auf den zweiten Platz.

Was sich auf der Schlussetappe von Albstadt nach Hechingen abspielte, verblüffte selbst die Fachleute. Bei der zweiten Sprintwertung lag das Führungsduo mehrere Minuten vor dem Rest der Mountainbiker-Meute. „Wir haben nachgefragt, ob die abgekürzt haben“, rätselte auch Organisator Stephan Salscheider auf dem Hechinger Schlossplatz, „doch alles war in Ordnung.“

Nachdem Genze vor Mennen unter dem Jubel hunderter Zuschauer und empfangen von den HBW-Cheerleader über die Ziellinie gefahren waren, lüfteten die beiden das Geheimnis. „Das war ein Ergebnis unserer Teamtaktik“, strahlte Mennen, der eigentlich als Helfer von Marathon-Weltmeister Alban Lakata in den Zollernalbkreis gekommen war und seinen bislang größten Erfolg feierte. Sein Teamkollege fiel vom zweiten auf den vierten Platz zurück, strahlte aber doch über das ganze Gesicht: „Der Teamerfolg ist wichtig und unser Konzept ist voll aufgegangen.“ Nach der zweiten Etappe sei die Konstellation so gewesen, dass er gemeinsam mit Karl Platt und Alexandre Moos vorne gewesen sei und Mennen nicht weit zurück: „Er war in der Position zu attackieren und hat das perfekt gemacht. Die anderen haben alle auf mich geschaut.“

Er sei überrascht gewesen, so Lakata, dass Moos und seine Helfer passiv geblieben seien, während Platt als Einzelkämpfer kaum in der Lage gewesen sei, die Lücke zu schließen. Dessen Bulls-Stallgefährte Tim Böhme hatte sich bereits nach drei Kilometern einen Plattfuß eingehandelt und konnte sich dem Ausreißer Mennen nicht ans Hinterrad heften. „Unsere Taktik ist geplatzt. Bis ich wieder an die Gruppe heran gekommen bin, war es zu spät“, wirkte Böhme zerknirscht.

Lediglich Genze folgte Mennen, der sich hinter der ersten Sprintwertung von Straßberg hoch nach Winterlingen absetzte. „Wir hatten jeweils einen Teamgefährten im Feld, der nicht daran interessiert war aufs Tempo zu drücken“, wusste Genze, weshalb ihr Vorsprung auf fünf Minuten im Ziel anwuchs. Im Schlusssprint habe er sich durchgesetzt, „weil ich gute Beine hatte, nachdem ich mich am Vortag etwas ausruhen konnte“.

Zutiefst enttäuscht war Karl Platt darüber, dass er sein gelbes Trikot verloren hatte: „Ich war selbst Schuld daran. Ich habe das Loch ja erst aufreißen lassen.“ Ihm sei klar gewesen, dass Mennen die beste Ausgangsposition besessen habe: „Er ist sehr beherzt gefahren und hat verdient gewonnen“, beglückwünschte er den 26-jährigen Studenten, der seinen Erfolg kaum fassen konnte. „Ich wollte hier eigentlich nur ein gutes Rennen fahren und in die Nähe des Podiums kommen. Angesichts der Konkurrenz hätte ich nie mit einem Sieg gerechnet“, gestand er.

„Ich freue mich unheimlich, dass es bei Robert geklappt hat. Jetzt können wir endlich zusammen die ganz großen Rennen in Angriff nehmen“, blickte Lakata voraus. Einmal mehr sei deutlich geworden, dass inzwischen auch im Mountainbike die Teamarbeit zähle: „Wer alleine fährt, hat keine Chance mehr. Das ist wie im Straßenrennsport.“

Eine klasse Leistung über drei Tage rief Lokalmatador Torsten Marx (Black Tusk) ab, der am Sonntag als Elfter in seiner Heimatstadt Hechingen eintraf und sich auf den achten Gesamtplatz vorschob. „Ich habe mich noch besser verkauft als im Vorjahr, obwohl das Feld stärker besetzt gewesen ist“, war er mit sich rundum zufrieden. Und auch sein Teamgefährte Marcel Reiser, der im Trikot des Trans-Zollernalb-Namensgebers Sparkasse angetreten war, zog ein positives Resümee: „Leider bin ich heute zweimal gestürzt und auf Platz 26 zurückgefallen. Da hat etwas das Glück gefehlt. Trotzdem war es eine deutliche Steigerung zum Vorjahr.“ Ein besonders dickes Lob sprach der Tieringer den Organisatoren aus: „Viele Kleinigkeiten haben diesen Event noch besser gemacht. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr.

Mountainbiker kritisieren Ex-Straßen-Profi Alexandre Moos

Nach Meinung der Weltklasse-Mountainbiker hat der Schweizer Quereinsteiger Alexandre Moos bei der Sparkasse Trans Zollernalb keine rühmliche Rolle gespielt. „Er war total passiv und ist immer nur hinterher gefahren“, ärgerten sich Alban Lakata, Hannes Genze, Tim Böhme und ihre Teamkollegen gleichermaßen über den 40-Jährigen.

Alle hatten erwartet, dass Moos auf der letzten Etappe die Initiative ergreifen werde, um die Ausreißer einzufangen und seinen Podiumsplatz zu verteidigen. Der dachte aber gar nicht daran: „Weshalb hätte ich etwas tun sollen? Die anderen haben zu wenig gemacht. Ein Podiumsplatz bedeutet nichts im Vergleich zum gelben Trikot.“

Besonders Karl Platt vom Team Bulls ereiferte sich über den früheren Straßenrad-Profi: „Bisher war das Mountainbiken ein ehrenvoller Sport. Aber Herr Moos ist charakterlos. Er lutscht und lutscht nur hinten rum. Und wenn es zum Sprint geht, fährt er die Ellbogen aus. Es wäre besser gewesen, er wäre auf der Straße geblieben.

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