Das tut weh: Investor springt ab

Die weitere Entwicklung im Gewerbegebiet „Eschle“ ist derzeit unklar

Nusplingen, 22.09.2011 von Katja Weiger-Schick

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Herbe Enttäuschung fürs Bäratal: Der große Interessent am Heidenstädter Gewerbegebiet „Eschle“ baut doch nicht auf dem Nusplinger Berg.

Die zunächst sehr interessierte Firma habe ihr Vorhaben für Heidenstadt aufgegeben, teilte Bürgermeister Alfons Kühlwein in der jüngsten Sitzung mit. Sie werde voraussichtlich woanders bauen. Zurückgestellt haben die Nusplinger deshalb die neue Erschließungsstraße.

?Rathauschef und Gemeinderat zeigten sich gleichermaßen betrübt. „Das ist eine unerfreuliche Nachricht“, so Kühlwein – zumal die Gemeinde in den vergangenen Monaten alles dafür getan habe, um die baurechtlichen Voraussetzungen für das Projekt zu schaffen. Außerdem seien Kosten entstanden, beispielsweise für die notwendigen Planungen.

?Derzeit befindet sich die Verwaltung allerdings noch in Verhandlungen mit einem zweiten Interessenten. „Wir sind im Gespräch“, gibt sich der Bürgermeister verhalten. Dieser Firmeninhaber und seine Wünsche könnten für das Gewerbegebiet „Eschle“ Zünglein an der Waage werden: Wenn klar ist, wie dieses Unternehmen plant, entscheiden die Nusplingen, was von ihrer Seite aus im „Eschle“ weiter passiert.

Auswirkungen haben die neuen Entwicklungen auf Nusplinger Gemarkung zusätzlich für den Bau des neuen Radwegs entlang der Kreisstraße zwischen Hartheim und Heidenstadt. Die Trasse wird nun etwas anders als ursprünglich geplant verlaufen. Der Radweg führt jetzt bis zum Gasthaus Ritter entlang der Kreisstraße. Das „Eschle“ und seine potenzielle Erschließungsstraße werden nicht mehr tangiert.

Der Zwischenbericht zur aktuellen Haushalts- und Finanzsituation der Gemeinde offenbarte dem Gremium noch andere „Kröten“. Zum Beispiel muss die Kommune für das laufende Jahr im sechsstelligen Bereich Steuerrückzahlungen leisten. „Das tut weh. Das Geld hätte uns gut getan“, betonte der Bürgermeister resigniert. Eine weitere Hiobsbotschaft: Für den ersten Kindergarten-Bauabschnitt gibt es weniger Mittel aus dem Ausgleichstock als geplant: 180?000 Euro statt beantragter 300?000 Euro.

Auch an ELR-Fachförderung fließen statt 65?000 Euro nur 43?700 Euro nach Nusplingen. „Insgesamt sind das gravierende Verschlechterungen“, so Kühlwein. Im Vermögenshaushalt fehlen dadurch unter dem Strich rund 140 000 Euro. Für den zweiten Kindergarten-Bauabschnitt will die Gemeinde neuerlich einen Antrag auf Ausgleichstockmittel stellen. Dieses Jahr wird wohl nicht mehr mit dem Großprojekt begonnen: Das Baugesuch muss genehmigt werden. Positiv entwickelt hat sich der Verwaltungshaushalt 2011: Dieser erwirtschaftet nach bisherigem Stand eine Zuführung von 175 000 Euro statt kalkulierter 115 000 Euro. Tiefer als geplant muss die Bäratalgemeinde jedoch ans Eingemachte: Sie rechnet mit einer Rücklagenentnahme von 400 000 Euro – statt 325 000 Euro.

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