Nachwuchstalent Aaron Beck startet heute bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Champéry mit dem Gonso-Rawoflex-Team der RSG Zollernalb
Nachwuchstalent Aaron Beck startet heute bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Champéry mit dem Gonso-Rawoflex-Team der RSG Zollernalb Foto: Fuhrmann.

Champéry/Albstadt, 01.09.2011

Kometenhafter Aufstieg eines Albstädters

Mountainbike: Heute startet Aaron Beck bei seiner ersten Cross-Country-WM in Champéry

Kometenhafter Aufstieg eines Albstädters
Wie ein Komet ist Aaron Beck am deutschen Mountainbike-Himmel aufgetaucht. Heute greift der 18-jährige Albstädter bei den Junioren-Weltmeisterschaften im Cross-Country nach den Sternen.

Was für ihn heißt: Gut durchkommen und nicht viel Zeit auf den Sieger verlieren. Dass er mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun haben wird, ist dem Azubi bei der Stadtverwaltung Albstadt klar: „Vor drei Monaten habe ich ja noch nicht einmal davon geträumt, jemals bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein. Und außerdem liegt mir die Strecke nicht.“

Der vier Kilometer lange Rundkurs im schweizerischen Champéry im Grenzgebiet zu Frankreich weist Dutzende schwieriger technischer Passagen auf, mit denen sich das Talent vom Team Gonso-Rawoflex/RSG Zollernalb nicht anfreunden kann. „Im technischen Bereich habe ich noch Defizite“, gibt er unumwunden zu. Was erklärbar ist: Zum Radfahren ist er erst vor drei Jahren gekommen, weil er neben dem Fußball eine Sportart gesucht hat, „die man auch alleine betreiben kann“.

Der RSG-Mountainbike-Fachwart Bernhard Mast-Sindlinger nahm ihn unter seine Fittiche und brachte ihm das Einmaleins des Cross-Country bei, „obwohl ich mich eigentlich eher zum Marathon hingezogen gefühlt habe“, erzählt Beck. Nachdem ihm sein Verein eine Lizenz gelöst hatte, erlebte er im Frühjahr 2010 seine Cross-Country-Premiere in Münsingen. In der Junioren-Bundesliga hielt er locker im vorderen Drittel mit, zu Spitzenplatzierungen reichte es allerdings nicht.

Sein Durchbruch gelang ihm bei den deutschen Meisterschaften im Rahmen der Gonso-Classic in Albstadt. Keiner hatte den Lokalmatador auf der Rechnung, am wenigsten Bundestrainer Peter Schaupp, der vor dem Juniorenrennen verkündet hatte, die drei Medaillengewinner zu den Weltmeisterschaften nach Champéry mitzunehmen. Doch Beck fuhr im „Bullentäle“ ein phantastisches Rennen, ließ gleich mehrere Kaderathleten hinter sich, holte Bronze – und ließ den Bundestrainer verdattert zurück: „Aaron ist nicht im Kader und ist mir sonst auch noch nicht groß aufgefallen“, meinte Schaupp: „Aber er soll seine Chance bekommen und zeigen, dass das kein einmaliges Ergebnis war.“

Schaupp hielt Wort und lud Beck zum dreitägigen Lehrgang an der Landessportschule Albstadt ein. Und er besorgte ihm einen Startplatz beim Weltcup in Nove Mesto. Bei seinem ersten internationalen Einsatz kam der Albstädter hervorragend in die Gänge, bis sich seine Kette derart verklemmte, dass er zu Fuß zur Technikzone wandern musste um den Defekt zu beheben. Er fiel weit zurück, pflügte sich aber noch durch das halbe Feld und belegte am Ende Rang 36.

Mit dieser Leistung in Tschechien hatte er sich endgültig seinen Platz im siebenköpfigen WM-Aufgebot gesichert. In Kleinbussen machte sich das deutsche Juniorenteam am vergangenen Freitag auf die Reise ins berühmte Skigebiet „Les Portes du Soleil“ und bezog auf der französischen Seite ihr Quartier, 25 Kilometer entfernt von Champéry. Gleich am ersten Abend nahmen die Fahrer die Strecke in Augenschein und danach täglich unter die Stollenreifen. „Seit Montag haben wir den Trainingsumfang reduziert, um locker zu sein für das Rennen“, berichtet Beck. Er freue sich schon unheimlich auf seinen Einsatz, zumal sich einige Freunde von der RSG Zollernalb angekündigt hätten.

Mit seinen fünf Weltcup-Punkten dürfte er bei der Startaufstellung im hinteren Mittelfeld liegen, so dass der Zug vorne ohne ihn abfahre, weiß er genau, dass es nicht für ein Topergebnis reichen wird. Deshalb laute sein Ziel, sturzfrei und ohne technischen Defekt durchzukommen und möglichst ein paar Plätze gutmachen: „Ich gebe auf jeden Fall alles und hoffe, dass ich bei meiner ersten Weltmeisterschaft im Vergleich zu anderen Rennen noch ein paar Körner drauflegen kann.

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