Auf die Ratten...
Vorbeugung, damit Nager nicht zum Problem werden
Albstadt-Ebingen, 31.08.2011 von Holger Much
Artur Müller, Teamleiter Stadt- und Kanalreinigung, und sein Kollege Frank Holzer wuchten den schweren Deckel vom Straßenschacht. Dort unten, in der feuchten Dunkelheit, fühlen sie sich wohl: Ratten. „Die gibt's immer“ sagt Artur Müller. Nur zu viel werden dürfen sie eben nicht. Dann wird's nämlich unangenehm. Damit es nicht soweit kommt, ist man seit rund drei Jahren in Albstadt ganz bewusst dabei, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, damit eine wie auch immer geartete Rattenplage erst gar nicht entstehen kann.
Vor drei Jahren, erzählt Betriebsamtsleiter Karlheinz Buckenmaier, hätten sich die Ratten auch in Albstadt merklich vermehrt. Der Grund ist nicht wirklich bekannt. Doch reagiert hat man in Albstadt – schnell und konsequent.
Wenn Artur Müller und sein Team die Schächte mit Rattenköder bestücken, werden die Schächte kartographiert und regelmäßig kontrolliert. Dort wo sich Biss-Spuren am Köder zeigen, wird besonders aufgepasst.
Auch die Bürger, klärt Karlheinz Buckenmaier auf, könnten einiges tun, um die Vermehrung von Ratten nicht zu fördern.
Weggeworfene Pausenbrote auf dem Schulhof? Die Ratten freuen sich! Gekochte Speisereste auf dem Kompost oder gar in den Abfluss der Spüle? Auch hier warten dankbare Abnehmer. Und wer regelmäßig Speisen in der Toilette verschwinden lässt, läuft Gefahr, dass neugieriger Besuch von unten durch die Schüssel kommt.
Daher rät der Betriebsamtsleiter zu einem sachgemäßen Umgang mit Nahrungsresten. Dann bleibt's auch in Albstadt so wie bisher: „Wir haben keine Rattenplage“.
„Rattus norvegicus“ fühlt sich in menschlicher Nähe wohl
Die Vielseitigen: Ratten, ursprünglich in Wäldern und buschreichen Regionen zu Hause, haben schnell gelernt, dass es sich in der Nähe des Menschen prima leben lässt. Sie sind so genannte „Kulturfolger“. Die Ratten bei uns sind übrigens größtenteils Wanderratten (rattus norvegicus). Die kleinen Hausratten (rattus rattus) sind selten geworden.
Die Schädlichen: Die Ratte gilt als Nahrungsmittelschädling und durch die Verschmutzung von Nahrungsmitteln mit Kot und Urin sowie die Verbreitung von Paratyphus-Keimen in Küchen und Vorratsräumen auch als Lebensmittel- und Hygieneschädling. Als Wirt verschiedener Floharten war sie vor allem im Mittelalter der Überträger der Pest.
