Eckenfelder-Werke ganz „privat“

Stadtarchivar Schimpf-Reinhardt überzeugt Gemälde-Eigentümer von gemeinsamer Ausstellung

Eckenfelder-Werke ganz „privat“

Balingen, 20.08.2011 von Klaus Irion

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Noch laufen in Balingen die Thitz- und die Karl-Hurm-Ausstellungen, doch mit dem Projekt „Eckenfelder privat“ steht Mitte September bereits ein weiterer künstlerischer Höhepunkt vor der Tür.

„Es gibt zahlreiche Balinger Familien, die zu Hause ein Gemälde von Friedrich Eckenfelder haben“, sagt der stellvertretende Leiter der Balinger Stadthalle, Jörn de Haan. Warum die Besitzer nicht um Erlaubnis fragen, ob man anlässlich des 150. Geburtstags des Künstlers daraus eine gemeinsame Ausstellung konzipieren könnte, dachte sich laut de Haan der Balinger Stadtarchivar Hans Schimpf-Reinhardt. Letzterer habe Kontakte geknüpft und dabei häufig offene Türen eingerannt. Eine Bedingung sei jedoch gewesen, dass Schimpf-Reinhardt Stillschweigen über die Namen der Leihgeber wahrt. „Ich weiß selbst auch nicht, in wessen Besitz die jeweiligen Bilder sind“, beteuert der Stadthallen-Vize. Wie dem auch sei: Am 17. September wird die Ausstellung „Eckenfelder privat“ in der Balinger Zehntscheuer eröffnet. Sie soll bis zum 27. November zu sehen sein.

Friedrich Eckenfelder war 1861 in Bern geboren worden. Dorthin war sein aus Balingen stammender Vater als Schuhmachermeister einst gezogen. Später kehrte die Familie nach Balingen zurück, wo Friedrich Eckenfelders Talent für die Malerei entdeckt wurde. Einen Namen als Künstler machte sich der Impressionist später in München als Gründungsmitglied der Münchner „Secession“, ehe er 1922 nach Balingen zurückkehrte, wo er 1938 dann auch starb. Bis zum heutigen Tag ist dem Werk Eckenfelders in der Balinger Zehntscheuer ein eigene „Galerie“ gewidmet.

Auch in der Rathausgalerie geht es bald schon wieder künstlerisch weiter. Nachdem eine bereits geplante Ausstellung laut de Haan wegen des „Rückzugs des Künstlers“ ausfallen muss, wird im November das nächste Highlight eine Gemeinschaftsausstellung mit Werken von 36 Künstlern der Moderne sein – darunter Werke von Erich Hauser, HAP Grießhaber und Jörg Immendorf. Titel: „Balinger Balance – das Zünglein an der Waage“.

Bis die neuen Ausstellungen jedoch anlaufen, bleibt Kunstliebhabern noch etwas Zeit, die „Wundertüte“ von Thitz in der Rathaus-Galerie (bis 3. September) beziehungsweise die „Karl-Hurm-Retrospektive“ in der Zehntscheuer (bis 28. August) zu besuchen.

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